Handball, NLA
Diesmal will Suhr Aarau den Ligaerhalt schaffen

Trotz sieben neuen Spielern, einem neuen Trainer und einer Veränderung an der Vereinsspitze startet der Aufsteiger HSC Suhr Aarau zuversichtlich in die neue NLA-Saison.

Fabio Baranzini
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Misha Kaufmann, hier im Entscheidungsspiel gegen Endingen mit Captain Patrick Romann (links) und Tim Aufdenblatten, ist der neue HSC-Trainer. Awa/Archiv

Misha Kaufmann, hier im Entscheidungsspiel gegen Endingen mit Captain Patrick Romann (links) und Tim Aufdenblatten, ist der neue HSC-Trainer. Awa/Archiv

foto-net / Alexander Wagner

Dass die erste Saison nach dem Aufstieg ins Oberhaus schwierig ist, diese Erfahrung hat der HSC Suhr Aarau vor zwei Jahren gemacht. Damals verloren die Handballer das entscheidende Spiel gegen die Lakers Stäfa und mussten den direkten Abstieg in Kauf nehmen. Dieses Szenario soll nun verhindert werden. In der neuen Meisterschaft, die heute Abend mit dem Heimspiel in der Schachenhalle gegen St. Otmar St. Gallen (20 Uhr) lanciert wird, soll es mit dem Ligaerhalt klappen.

«Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist im Verein Ruhe und Stabilität eingekehrt», sagt Misha Kaufmann. «Das merken natürlich auch die Spieler, die sich nun aufs Wesentliche konzentrieren können.» Vor zwei Jahren, als der Abstieg nicht verhindert werden konnte, stand Misha Kaufmann noch als Spieler auf dem Platz. Diesmal beobachtet er das Geschehen von der Seitenlinie aus. Es ist sein erstes Jahr als Trainer der ersten Mannschaft des HSC Suhr Aarau, dies nachdem er im letzten März nach einer Knieverletzung seine Karriere als Spieler beenden musste. «Ich musste mich vor allem daran gewöhnen, dass ich viel mehr planen und organisieren muss. Ich schaue sicher vier Mal mehr in meine Agenda im Vergleich zu meiner Zeit als Spieler», so der frühere HSC-Captain.

Ein Auf und Ab

Der Trainer ist nicht das einzige, das sich beim HSC Suhr Aarau im Hinblick auf die neue Saison geändert hat. Gleich sieben neue Spieler sind zum Team gestossen und kompensieren die Abgänge von Tobias Wipf, Ljubomic Josic, Robert Konecnik, Philipp Wildi und Seppi Zuber. Mit Ilan Baumann, Nico Schwab, Raphael Rohr und Irfan Butt gehören vier Spieler aus dem eigenen Nachwuchs neu zur ersten Mannschaft. Diese wird komplettiert vom dänischen Verteidigungsspezialisten Ronnie Vilstrup, sowie dem serbischen Torhüter Mihailo Radovanovic und seinem Landsmann Djordje Golubovic, der als Linkshänder im Rückraum auflaufen wird. «Wir waren aufgrund des Wiederholungsspiels im Aufstiegsduell gegen Endingen relativ spät dran, um Ausländer zu verpflichten. Dennoch glaube ich, dass wir mit diesen drei Spielern gute Transfers getätigt haben, denn sie bringen viel Erfahrung in unser ansonsten sehr junges Team», sagt Kaufmann.

Ob die Qualität des Kaders allerdings reicht, um in der obersten Schweizer Spielklasse zu bestehen, muss die Mannschaft erst beweisen. Dessen ist sich auch Neo-Trainer Kaufmann bewusst. «Wie gut wir wirklich sind, wird sich erst in den Matches zeigen. Ich erwarte ein Auf und Ab in dieser Saison und auch die Ausländer werden sicher etwas Angewöhnungszeit brauchen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir mit viel Herz und Leidenschaft den Ligaerhalt schaffen.»

Effizienter werden

Daran glaubt auch René Zehnder. «Spieler wie Tim Aufdenblatten oder unser Captain Patrick Romann sind deutlich weiter als vor zwei Jahren. Zudem haben wir jetzt ein breiteres Kader», so René Zehnder, der seit Mitte August der alleinige Präsident des Vereins ist. Dies nachdem an der Generalversammlung entschieden wurde, dass der bisherige Co-Präsident Thomas Kähr das Ressort Marketing übernehmen soll. «Ein Verein mit einem Co-Präsidium zu führen, ist aufwendiger. Mit dieser Veränderung wollen wir wieder effizienter werden. Ich übernehme als Vollblut-Unternehmer mehr Verantwortung als alleiniger Präsident und Thomas kann im Bereich Marketing Vollgas geben, was für unsere Zukunft enorm wichtig ist», begründet Zehnder den Entscheid.

Neuer Trainer, neue Spieler und neue Vereinsführung – wie sich diese Veränderungen beim HSC Suhr Aarau auf die Leistungen der ersten Mannschaft auswirken, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Ein guter Start heute gegen St. Otmar St. Gallen würde aber sicher helfen.