Jetzt schiebt der Stadtrat gewissen Schlaumeiereien einen Riegel. In einem Brief teilte er den Parteipräsidenten mit, was er am Montag, 14. August, beschlossen hat: Neu sind nicht nur die kantonalen Vorschriften einzuhalten, sondern «in der Altstadt und am inneren und mittleren Graben (inkl. Bäume) dürfen per sofort keine Wahlplakate mehr aufgestellt oder aufgehängt werden». Bereits platzierte oder aufgehängte Plakate seien bis Samstag, 19. August, zu entfernen, heisst es im von Stadtschreiber Daniel Roth unterschriebenen Brief.

In linken Kreisen besonders zu diskutieren gaben die zwei Plakatständer der FDP in der Rathausgasse. Wie die az vor einer Woche berichtete, waren die Freisinnigen Untermieter von «Musig i de Altstadt». «Als Parteiplakate wären diese Plakate nie bewilligt worden», sagen die Kritiker. Es gibt sogar eine Verschwörungstheorie: Zwei Organisatoren von «Musig i de Altstadt» seien führend im Komitee von Hanspeter Hilfiker.

Die Plakate der FDP-Kandidaten waren gestern an den heiklen Stellen (auch am Graben) verschwunden. Das Blitzverbot des Stadtrates hat gewirkt – auch wenn die Betroffenen die Übergangsfrist ausreizten. Und die FDP kann für sich etwas in Anspruch nehmen, was sie wohl nicht beabsichtigt hatte: Wegen ihr gibt es neue Paragrafen. «Im Übrigen hat der Stadtrat die Stadtverwaltung beauftragt, für das ganze Stadtgebiet ein Konzept für eine geordnete Plakatierung auszuarbeiten», heisst es im Brief. (uhg)