Aarau

Dieses Jahr gab es eine Verjüngungskur bei den Argovia Stars

Eric Wittwer (links) und Andy Wehrli wollen mit ihrer jungen Eishockey-Mannschaft die Playoffs erreichen. fab

Eric Wittwer (links) und Andy Wehrli wollen mit ihrer jungen Eishockey-Mannschaft die Playoffs erreichen. fab

Seit dieser Saison bilden Eric Wittwer und Andy Wehrli das Trainerduo der 1.-Liga-Equipe: dem Team mit dem wohl tiefsten Altersdurchschnitt der ganzen Liga. Wie gehen sie mit der Situation um? Und wie kamen sie überhaupt zum Trainer-Beruf?

Die erste Hockey-Mannschaft der Argovia Stars ist jung. Sehr jung sogar. Der Altersdurchschnitt liegt gerade mal bei knapp 22 Jahren. Das ist der wohl tiefste Wert der gesamten Liga. Regelmässig werden Spieler eingesetzt, die erst siebzehn oder achtzehn Jahre alt sind.

Die routinierten Leistungsträger dagegen sind im Team der Argovia Stars dünn gesät. Noch in der letzten Saison war das anders. Zwar wurden auch damals schon viele junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs eingesetzt, doch die Bestrebungen, auf clubeigene Junioren zu setzen, wurden im Hinblick auf diese Saison nochmals verstärkt. Die halbe Mannschaft wurde ausgewechselt und die Mehrheit der neuen Spieler ist noch keine 20 Jahre alt.

Im Zuge dieser noch stärkeren Förderung des eigenen Nachwuchses und der Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Partnervereinen Wettingen und Wohlen haben die Argovia Stars auch an der Bande eine Rochade vorgenommen.

Seit dieser Saison leiten Andy Wehrli und Eric Wittwer die Geschicke der ersten Mannschaft. Das Duo steht vor der grossen Herausforderung, mit dem jungen Team in der 1. Liga zu bestehen, und will einen Platz in den Playoffs erreichen. Doch wer sind die beiden Neuen an der Bande?

Zuerst keine Lust gehabt

Andy Wehrli (52) bezeichnet sich selbst als «Ur-Aarauer». «Ich habe in diesem Verein das Hockeyspielen erlernt. Während meiner Aktivkarriere habe ich für viele Vereine gespielt, bin jedoch immer wieder nach Aarau zurückgekehrt», sagt Wehrli.

Seit mittlerweile zwölf Jahren ist der zweifache Familienvater – einer seiner Söhne spielt bei den Argovia Stars – als Trainer für den stärksten Aargauer Eishockeyverein tätig. Dabei hat er verschiedene Stufen des Nachwuchses durchlaufen und war letzte Saison Assistenztrainer der 1. Mannschaft.

Passend zum jungen Team ist Wehrlis Co-Trainer sehr jung. Eric Wittwer ist 32 Jahre alt und auch er ist eng mit den Argovia Stars verbunden. Einen Grossteil seiner Aktivkarriere hat er beim Partnerteam in Wettingen verbracht, ist aber auch für die erste Equipe der Stars aufgelaufen.

Bereits mit 26 Jahren musste er aber wegen einer Verletzung seine Karriere beenden. «Ich wollte danach eigentlich nichts mehr mit dem Eishockey zu tun haben. Auch als die Traineranfrage aus Wettingen kam, hatte ich zuerst keine Lust», erzählt Wittwer.

Trotzdem hat er als Juniorentrainer angefangen und Spass daran gefunden. Fünf Jahre hat er mit dem Nachwuchs gearbeitet und zuletzt gemeinsam mit Wehrli eine Juniorenmannschaft geführt.

Die Argovia Stars können also auf ein Trainerduo zählen, das viel Erfahrung im Umgang mit jungen Spielern hat und den Verein im Detail kennt. «Zudem ergänzen wir uns hervorragend.

Ich bin eher der impulsive Typ, der in den Trainings auf dem Eis oftmals die Initiative ergreift. Andy dagegen ist so etwas wie mein Gegenpol, der gerade in hektischen Situationen die nötige Ruhe reinbringt», so Wittwer.

Lehrgeld bezahlt

Mit drei Siegen aus vier Spielen ist den Argovia Stars der Start in die Meisterschaft hervorragend geglückt. Doch dann mussten sich die Aarauer gleich sechs Mal in Folge geschlagen geben.

«In dieser Phase hatten wir etwas Pech mit Verletzungen und in den Matches fehlte uns die nötige Cleverness. Wir mussten Lehrgeld bezahlen», sagt Wehrli. Nach vierzehn gespielten Runden liegen die Stars – die zuletzt wieder zwei Mal gewinnen konnten – auf dem achten Rang.

Damit ist das Trainer-Duo nicht ganz zufrieden, bleibt jedoch weiterhin zuversichtlich. «Wir haben immer wieder gut gespielt und hatten unsere Chancen, aber die Konstanz hat gefehlt», so Wittwer.

«Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass wir die Playoffs erreichen werden. Alles andere wäre eine Enttäuschung.» Bereits heute können die Stars mit einem Sieg im Auswärtsspiel gegen Wiki-Münsingen einen weiteren Schritt in Richtung Playoffs machen.

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