Suhr
Dieser Naturfreund sucht freiwillige Helfer im Kampf gegen Littering

Der Pensionierte Viktor Rüetschi geht jede Woche auf Abfalltour. Nun hofft er auf freiwillige Helfer, die ihn unterstützen und alle Gebiete in Suhr regelmässig vom Unrat befreien.

Josua Bieler
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Hier an der Suhre beginnt Victor Rüetschi jede Woche seine Abfalltour.

Hier an der Suhre beginnt Victor Rüetschi jede Woche seine Abfalltour.

Josua Bieler

Der Suhrer Viktor Rüetschi liebt es, in der Natur zu sein. Fast täglich geht er mit seiner Frau im Naherholungsgebiet der Suhre entlang spazieren. Dort erstreckt sich ein vier Kilometer langer Waldweg bis nach Entfelden. Immer wieder entdeckt er aber dem Bach entlang viel Abfall. Meist sind es PET-Flaschen, Dosen, Zigaretten oder Taschentücher. Rüetschi hat auch schon ganze Abfallsäcke oder einen Staubsauger zwischen Suhre und Waldweg gefunden.

Seit einem guten Jahr sorgt Rüetschi dafür, dass der Waldweg weiterhin ein Erholungsgebiet bleibt. Wenn er sieht, dass viel Abfall auf dem Boden liegt, nimmt er am nächsten Tag seine Greifzange und einen Plastiksack mit. Er spaziert dann mit seiner Frau wie jeden Tag der Suhre entlang und nimmt allen Abfall auf, den er sieht. Die Abfalltour dauert eine knappe Stunde und der Plastiksack ist am Ende prall gefüllt.

Rüetschi kann nur vermuten, wer die Abfallsünder sind. Er habe noch nie jemanden erwischt. «Ich kann mir gut vorstellen, dass es häufig Velofahrer sind, die ihre Trinkflaschen auf der Fahrt wegwerfen», sagt Rüetschi. Seit er mit der Abfalltour begonnen hat, habe sich die Lage zum Glück deutlich verbessert. «Vielleicht zögern die Leute mit Abfallwegwerfen, weil sie wissen, dass hier ein Mann regelmässig aufräumt», sagt der Suhrer. Kürzlich habe er am Bach einen Eisvogel gesichtet. Vielleicht sei das ein Beweis, dass seine Arbeit Früchte trägt.

Weniger Freude bereitet Rüetschi die zunehmende Umweltverschmutzung rund um die Fussballplätze auf der
Brüelmatte. «Die leeren Getränkeflaschen werden einfach über den Zaun geworfen», vermutet Rüetschi. Er schlägt deshalb vor: «Die Fussballer sollen vor jedem Training zuerst um die Fussballplätze joggen und den Abfall zusammenlesen. Bevor das Areal nicht sauber ist, wird kein Fussball gespielt.»

Rüetschi macht die Arbeit freiwillig und ohne Vergütung. «Ich mache die Abfalltour gerne, sie nützt ja mir selbst und allen Naturliebhabern.» Zudem könne er nach Lust und Laune auf die Tour gehen. «Ich muss mich weder an Regeln noch an Zeiten halten, das habe ich an meinem Beruf genug erlebt», so Rüetschi. Für sein freiwilliges Engagement erhält er viel Lob. Er sei immer wieder überrascht, wie viele Bürger sich bei ihm bedanken.

Rüetschi wünscht sich, dass alle Gebiete in Suhr so sauber sind wie der Waldweg der Suhre entlang. Weil er alleine nicht das ganze Dorf säubern kann, sucht er nun freiwillige Helfer, die mit ihm gegen Littering in Suhr kämpfen. Der Gemeinde, die eigentlich für Sauberkeit in Suhr verantwortlich ist, macht Rüetschi keinen Vorwurf. «Sie machen ihren Job gut, sind aber mit ihren Putzmaschinen eingeschränkt, da sie nur auf geteerten Wegen putzen können», so Rüetschi. Ihm sei es wichtig, dass in der Natur auch Sauberkeit herrsche. Abfälle im Bachbett beispielsweise könne man nicht anders als mit einer Greifzange aufnehmen.

Interessierte können sich entweder bei Victor Rüetschi (062 842 88 00) oder bei Kristina Terbrüggen, Koordinatorin von Freiwilligenarbeit in Suhr, melden (062 855 56 13).

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