Unterentfelden
Dieser Jungkoch will in der Schweizer Kochszene ganz nach oben

Ente, Polenta, Schwarzwurzel und Aprikosen, mit diesem Gericht will Mario Noetzli den Titel des besten Schweizer Jungkochs gewinnen. Mit dem Messer hackt er Gemüse und Kräuter bereits so schnell, dass das Auge gar nicht mehr mitkommt.

Nina Amann
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Jungkoch Mario Noetzli aus Unterentfelden hat schon für Fürst Albert von Monaco gekocht.Mathias Marx

Jungkoch Mario Noetzli aus Unterentfelden hat schon für Fürst Albert von Monaco gekocht.Mathias Marx

Mario Noetzli steht in seiner Küche und hackt Kräuter – in einem derartigen Tempo, dass man dem Messer mit den Augen kaum folgen kann.

So schnell muss das auch gehen, schliesslich hat er am Finale des Kochwettbewerbs «Marmite Youngster Selection» nur genau eine Stunde Zeit, eine aufwendige, eigens von ihm kreierte Hauptspeise zu kochen.

«Ich habe mein Ziel eigentlich schon erreicht, ich wollte es unter die besten Zehn schaffen», sagt der 26-Jährige. Am 16. September findet der Final statt, Noetzli tritt mit dem Gericht «Ente, Polenta, Schwarzwurzel, Radicchio Rosso di Treviso Tardivo, Aprikosen» an.

«Ich habe immer gerne gekocht, als Kind habe ich schon von meinem eigenen Restaurant geträumt», sagt er. Für eine Lehrstelle als Koch habe er sich aber vor allem beworben, weil es einfach sei, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Seine Lehre machte er im Restaurant Bären in Suhr. «Im zweiten Lehrjahr hatte ich eine Krise», sagt Noetzli. Wegen der unregelmässigen Arbeitszeiten habe er seine Freunde fast nie gesehen. Im dritten Lehrjahr habe es ihn aber gepackt: «Ich merkte, dass Kochen mein Ding ist.»

Sein Lehrmeister Robin Dürlewanger habe die Motivation und Inspiration fürs Kochen in ihm erweckt.

Gegen Ende der Lehre erzählte sein Lehrmeister von einer Saisonstelle im Kulm Hotel in St. Moritz. «Eigentlich wollte ich nur einen Winter bleiben, schlussendlich waren es drei Sommer- und vier Wintersaisons», sagt Noetzli.

Er arbeitete sich vom Jungkoch hoch bis zum Chef de Partie, kochte unter Küchenchef Hans Nussbaumer unter anderem für Fürst Albert von Monaco. In einer Zwischensaison arbeitete er in der Küche von Anton Mosimann in London.

2011 reiste Mario Noetzli nach New York, um Englisch zu lernen. Er lernte seine damalige Freundin kennen und hängte drei weitere Monate an seinen Aufenthalt an. Während einer weiteren Reise nach New York fand er im Internet einen Aufruf:

«We are looking for awesome people» (wir suchen geniale Leute). «Der Zufall wollte es, dass ein Restaurant in der gleichen Strasse öffnete, an der meine Wohnung war», sagt Noetzli. Nach einem halben Tag Probearbeiten im Restaurant «Gwynnett Street» wurde er eingestellt.

«Ich hatte bis jetzt einfach Glück», sagt er. Es hätten sich immer neue Möglichkeiten aufgetan, an guten Adressen kochen zu können. «Aber ich habe mich auch immer voll reingehängt.» Im Moment kocht Noetzli in der Psychiatrischen Klinik in Königsfelden. Hier habe er genügend Zeit, sich auf den Wettbewerb vorzubereiten.

Den eigenen Stil finden

Mit seinem Lebenslauf hat Mario Noetzli gute Chancen, den Final zu gewinnen. «Ein Sieg wäre möglich, aber alle in den Top 10 hätten das Zeug dazu», sagt er. «Für mich ist es eine neue Herausforderung und ein wichtiger Schritt, um herauszufinden, welches mein eigener Stil ist, wo ich gut bin und was mir Spass macht.»

Der Wettbewerb sei ein ideales Instrument, sich in der Kochszene einen Namen zu machen. «Bis jetzt haben sich mir schon so viele Türen geöffnet, und es werden sicher noch mehr dazu kommen.»

Ein eigenes Restaurant hat Noetzli noch nicht. «Ich möchte zuerst Neues kennenlernen und in verschiedenen Ländern kochen, zum Beispiel in Schweden oder Japan», sagt er. «Aber der Traum, ein eigenes Restaurant zu führen, ist nach wie vor da.»

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