«Stell dir vor, es ist das Jahr 2050 – und alles ist besser», sagt Sarah Verny. Was müsste sich alles verändern? Und wie? Fragen, die für viele gar nicht so einfach zu beantworten sind. Zusammen mit Nikolai Prawdzic (29) und Marcel Grissmer (35) will es die 31-Jährige herausfinden. In Co-Produktion mit dem Theater Tuchlaube plant die Theatergruppe «Shift» drei zusammenhängende Produktionen, in denen sie Zukunftswünsche und Träume der Menschen in und um Aarau auf die Bühne bringt.

Es ist das zweite Mal, dass eine junge Theatergruppe im Rahmen des Residenzprogramms «Szenotop» vom Aargauer Kuratorium unterstützt wird. Im ersten Projekt war das Theater im Kornhaus (ThiK) in Baden Partner. Ziel des Kuratoriums ist es, mit «Szenotop» junge Bühnenkünstlerinnen in den Kanton zu holen. Das Projekt dauert drei Jahre und erhält von Kuratorium jährlich 80 000 Franken.

Neben «Shift» hatten sich 14 weitere junge Theatergruppen beworben. «Die Gruppe überzeugte die siebenköpfige Jury mit einem innovativen Projekt. Wir dürfen gespannt sein», sagte Madelaine Passerini-Lustenberger vom Aargauer Kuratorium.

Die drei Theaterschaffenden realisieren das Projekt nicht alleine. «Wir wollen eng mit der Bevölkerung und Laien aus der Region zusammenarbeiten», sagt Nikolai Prawdzic. Es sollen sich unter anderem Schulklassen, Vereine und Parteien einbringen können. Auch inhaltlich sollen die Stücke einen starken regionalen Bezug haben. Zu diesem Zweck plant «Shift» ab Juni 2019 regelmässige Workshops, für die man sich anmelden kann. In der ersten Aufführung im April 2020 sollen Seniorinnen und Senioren sich selbst spielen. «Ich freue mich riesig auf diese Begegnungen», sagt Marcel Grissmer.

Normalerweise wohnen und arbeiten die drei Theaterschaffenden in Zürich. Für «Szenotop» residieren sie nun drei Jahre lang regelmässig im Theater Tuchlaube. Die Aussenperspektive bringe Vorteile. «Wir haben eine Art Feldforschungsblick», sagt Nikolai Pradzic. Für Sarah Verny ist die Stadt nicht ganz unbekannt. Sie sagt: «Eine gute Freundin von mir hat in eine Zeit lang in Aarau gewohnt. Ich war schon im Open-Air-Kino, am Neujahrsapéro und im Ausgang. Und natürlich habe ich auch schon in der Aare gebadet.»