Musik
Diese Frau will unbedingt Solosängerin werden

Seit 12 Jahren verfolgt Aline Bachmann ein Ziel: Sie will berühmt werden und ihr Geld mit ihrem Gesangstalent verdienen. Der az gewährte sie eine erste Kostprobe ihres Könnens.

Sabine Kuster
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Einmal stand sie vor der Haustüre von Tina Turner und klingelte. Bloss öffnete niemand. Turners Adresse in Küsnacht am Zürichsee hatte die 17-Jährige aus Aarau einem Fotografen abgeluchst. Später rief sie dort an und ein Mann sagte ihr, sie solle mal ein Demotape schicken.

Aline Bachmann versucht alles, um Sängerin zu werden. Und sie gibt nicht auf. «Einmal klappt es», sagt sie. Ein Künstlername hat sie sich schon ausgedacht: «Shinaila». Nun also will sie der Sommerreporterin von ihrem Traum erzählen. Mit ihrer Freundin ist sie ins Starbucks gekommen. Hier sitzt ihr vorläufiges Publikum. Sie trifft sich mit Freunden oft bei der Rampe nebenan, und wenn sie jemand darum bittet, singt sie ein Lied.

«Die nehmen lieber schräge Vögel»

Ihre Spezialität sind Balladen und Songs von Michael Jackson. Manchmal stimmt die Freundin mit ein. Dreimal schon hat sie an einem Casting mitgemacht. Jetzt versucht sie es erneut: Sie hat sich für die nächste Runde von «Die grössten Schweizer Talente» beim Schweizer Fernsehen angemeldet und auch für die nächste Ausgabe von «Deutschland sucht den Superstar».

Dort stand sie schon letzten Sommer auf der Bühne und wurde bitter enttäuscht. «Es kamen nur jene weiter, die schlecht sangen», findet sie, «die nehmen halt lieber die schrägen Vögel, wegen der Einschaltquoten, und jene, die gut tanzen, wegen der Show.» Den ganzen Tag habe sie warten müssen und für einen Spot mit Stöckelschuhen rumrennen müssen. «Man wird zum Hampelmann gemacht», sagt sie, «nicht einmal ein Feedback habe ich bekommen, so kann man sich gar nicht verbessern.» Natürlich habe sie da gedacht «wozu machst du das?», aber man glaube halt daran, dass man weiter komme.

Ein Song für Demobänder

Zum ersten Mal hat sie es mit 12 Jahren gemacht, in einer deutschen Super-Talent-Show, zu der sie die Eltern angemeldet hatten. Inzwischen wäre es den Eltern zwar lieber, sie würde sich noch mehr auf ihre Lehre zur Fachfrau Gesundheit konzentrieren, aber der Virus hat sie seither nicht mehr losgelassen. Diesen Winter schaffte sie es im «Song Contest» von Sara Bachmann in den Final. Doch dann wurde sie krank und schied aus. Der Sieger bekam Demobänder und 5000 Franken geschenkt.

«Ich gebe einfach nicht auf», sagt sie wieder, «singen bedeutet mir alles.» Bis es klappt, übt sie in der Igelweid. «Wir unterhalten Aarau.» Sie lacht. Es ist ihr egal, was andere darüber denken, beklagt hat sich noch nie jemand. «Wem es nicht gefällt, der soll einfach weghören», sagt sie. Dann steht sie hin, warnt die Sommerreporterin, dass sie laut singen werde - und legt los.

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