Oberentfelden/Schönenwerd
Diese Fahrverbotstafel erschreckt die Autofahrer

Die gesperrte Verbindungsstrasse zwischen Oberentfelden und Schönenwerd weckt schlechte Erinnerungen – der aktuelle Grund für die Sperrung ist aber harmlos.

Katja Schlegel
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Die einsame Fahrverbotstafel erhitzt die Gemüter der Autofahrer und lässt Raum für Spekulationen.

Die einsame Fahrverbotstafel erhitzt die Gemüter der Autofahrer und lässt Raum für Spekulationen.

Bruno Loosli

Am Waldrand ausgangs Oberentfelden stehen ein Absperrgitter, eine Fahrverbotstafel, drei Baustellenlampen – und irritierte Autofahrer. Die Verbindungsstrasse zwischen Oberentfelden und Schönenwerd ist gesperrt. «Ich dachte, es sei ein Witz», sagt der Oberentfelder Bruno Loosli, der, verunsichert von einer ersten Fahrverbotstafel im Dorf, bis zum Waldrand hochgefahren ist. «Ich wollte sehen, ob ich da irgendeinen Hinweis darauf finde, warum die Strasse gesperrt ist. Aber da war nichts ausser der Fahrverbotstafel.»

Jahrelanges Hin und Her um Fahrverbot

Eine gesperrte Strasse ist grundsätzlich etwas Ärgerliches – im Falle der Schönenwerderstrasse beziehungsweise Entfelderstrasse (der Name ändert auf der Kantonsgrenze) wecken Fahrverbotstafeln gar schlechte Erinnerungen: Jahrelang hatte die Gemeinde Schönenwerd mit den Gerichten um die Sperrung der Verbindungsstrasse gerungen. 2003 hatte der Gemeinderat ein Fahrverbot verhängt, um das Dorf vor dem Verkehr zu schützen.

Doch die Gemeinde hatte die Rechnung ohne ihre Nachbargemeinden und die erbosten Autofahrer gemacht: Sie wehrten sich vehement gegen die Schliessung der beliebten Abkürzung ins Niederamt beziehungsweise ins Suhrental. Recht gab ihnen 2008 schliesslich auch das Solothurner Verwaltungsgericht: Während das Departement des Innern in Solothurn 2005 die Schliessung noch genehmigt hatte, entschied das Verwaltungsgericht, die Strasse müsse für den Individualverkehr offenbleiben.

Strasse wird bloss saniert

Der Grund für die aktuelle Sperrung ist ein harmloser – wenn auch aufgrund der eher dürftigen Signalisation ein nicht offensichtlicher: Laut dem Schönenwerder Bauverwalter Andreas Filosi wird die Strasse auf Schönenwerder Boden nach einer ersten Etappe im letzten Sommer nun auf einem weiteren Teilstück saniert. «Die Randpartien bröckeln und müssen dringend geflickt werden», sagt Filosi. Gleichzeitig werden auch die Pflanzen entlang der Strasse gestutzt.

Diese Arbeiten seien nur zu machen, wenn die Strasse für jeglichen Verkehr gesperrt bleibt – und solange das Wetter gut ist. «Wir haben für die Sanierungsarbeiten eine dreiwöchige Periode während der verkehrsärmeren Ferienzeit festgelegt, in der die Strasse bei gutem Wetter für eine Woche gesperrt wird», so Filosi. Das habe man auch zwei Mal im «Landanzeiger» und im «Niederämter Anzeiger» publiziert. Entsprechend überrascht ist er, dass die Sperrung nun Wellen wirft. Sowohl auf der Gemeindekanzlei in Schönenwerd als auch in Oberentfelden fragen aufgeschreckte Autofahrer nach dem Grund der Sperrung.

Strasse nächst Woche wieder frei

Die Autofahrer können aufatmen: Wird das Wetter nicht allzu garstig, wird die Strasse voraussichtlich Anfang nächster Woche wieder für den Verkehr freigegeben. Und bis dahin wird nun auf Oberentfelder Seite nicht mehr nur eine einsame Fahrverbotstafel am Gitter hängen, sondern — zur Klärung der Situation — auch eine Baustellentafel, wie der Oberentfelder Bauverwalter Markus Stuker verspricht.

Die Autofahrer seien aber vorgewarnt: Noch ist die Strasse nicht komplett instand gestellt. «Alles auf einmal zu sanieren, würde unser Budget sprengen», sagt Filosi. Lässt es das Gemeindebudget zu, wird also nächsten Sommer das nächste Teilstück geflickt – und die Strasse wieder gesperrt.