Beim Turnfest in Aarau

Diese drei Herren aus Rupperswil sind Schweizer Meister im Grillieren

Mischen gerne Fleisch und Whisky: Marcel Rohner, André von Ah und Roberto Savoia (von links).

Mischen gerne Fleisch und Whisky: Marcel Rohner, André von Ah und Roberto Savoia (von links).

Ein Aargauer Team gewann am Eidgenössischen Turnfest in Aarau die Schweizer Meisterschaft. Die Teammitglieder erzählen von diesem speziellen Erlebnis - und geben einige Tipps fürs fürs Grillieren von Fleisch.

An die Grill-Meisterschaft am Eidgenössischen Turnfest in Aarau erinnert sich Marcel Rohner, 50, gerne. «Wir standen entspannt am Grill, nippten an einem Whisky und pafften unsere Zigarre.»

Die Konkurrenten schüttelten ob dieser Nonchalance den Kopf, doch die Rockstar-Taktik ging auf: Rohner und sein Team gewannen die BBQ Masters Series. Und sind nun Schweizer Grillmeister in der Amateurklasse.

Wir treffen Rohner und zwei seiner Kollegen, Roberto Savoia, 49, und André von Ah, 53, rund einen Monat danach im Café Tuchlaube in Aarau. Schnell wird klar: Grillieren ist nichts, was die drei Männer so eben nebenher machen.

Ausgiebig und fachkundig, fast schon obsessiv referieren sie über Garstufen, Aromen, Garnituren, Kugel- oder Holzgrille.

Die Freunde kennen sich aus der Gastro- und Spirituosenbranche. Seit vielen Jahren teilen sie eine Leidenschaft: Essen, vor allem Fleisch. «Das sieht man doch auch», sagt Marcel Rohner, deutet auf seinen Bauch und lacht.

Bei gemeinsamen Grillabenden hätten sie viel ausprobiert, ehe sie vor vier Jahren der Ehrgeiz packte: Rohner, der damals in Rupperswil wohnte, meldete sich und seine Jungs für offizielle Grillwettbewerbe an. Unter dem Namen «BBQ Suzie Q» (von Ah: «Wir wollten etwas, was sich reimt») nahmen sie an Wettkämpfen teil, zuerst in Brugg am Beef.ch, danach an den Schweizer Meisterschaften in Bern und Wil SG, wo sie beide Male Dritter wurden.

Von Desserts verstehen sie nicht viel

Trotz Podestplatz habe sie das gewurmt. «Verlieren tut weh», sagt Roberto Savoia. Knackpunkt bei den Dreigängern jeweils: Das Dessert, von dem sie «schlichtweg keine Ahnung» hätten. Also holten sie einen Fachmann dazu.

Rolf Caviezel, schweizweit bekannter Molekularkoch und Wirt des «Station 1» in Grenchen SO, komplettierte die Truppe. «Rolf und ich sind alte Freunde von der Hotelfachschule», erzählt Rohner. Es lohnte sich: Mit Caviezels raffinierten Erdbeer-Rhabarbertörtchen an Gin-Caramelsauce erzielte das Team die Bestnote.

Weil auch die Spareribs und der Rindshals überzeugten, schnappten sich Rohner & Co. den Gesamtsieg und das Preisgeld von 1000 Franken. «Ein Wahnsinnsgefühl» sei das gewesen, sagt André von Ah, der in Au SG wohnt. Eines, das Lust auf mehr macht.

Denn satt sind die Grill-Meister nicht: Bald entscheiden sie, ob sie nächstes Jahr in der Profi-Kategorie antreten. Statt drei geht es über fünf Gänge, häufig sind die Gegner Catering-Firmen und Restaurants. Verstecken, so Rohner, bräuchten sie sich aber auch dann nicht.

Bleibt die Frage, die sich jeder Hobby-Griller stellt: Wie gelingt das perfekte Fleisch? Roberto Savoia aus Villmergen empfiehlt: Wissen, was man will, sich Zeit lassen, und – ganz wichtig – «nicht überwürzen!». Und: «Sei extravagant, riskier etwas.» Auch wenn es schiefgehe. «Ich habe vor kurzem ein Steak mit Limoncello mariniert. Das war das Katastrophalste, das ich je grilliert habe.»

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