Rombach
Diese 29-jährige Geschäftsführerin will die Gesellschaft verändern

Im Rombacher Hotel Ascott können neu auch Ältere und Studenten wohnen. Die Idee kommt von der FHNW und Trinamo.

Nora Güdemann
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Alexandra Signer (29) sitzt in einem der Studios im Hotel Ascott.

Alexandra Signer (29) sitzt in einem der Studios im Hotel Ascott.

Nora Güdemann

Rasenmähen und dafür die Steuererklärung gemacht bekommen, Kinder hüten und dafür im Haushalt unterstützt werden: Nachbarschaftliches Verhalten und so einiges mehr will das junge Unternehmen one11 in der Bevölkerung mehr verankern. Kurz gesagt, will «one11» die Leute in einem globalen Dorf vernetzen. Die Idee dafür entstand vor vier Jahren als Innovationsprojekt der Trinamo AG. Hinter «one11» steckt die 29-jährige Geschäftsführerin und Co-Gründerin Alexandra Signer zusammen mit Ilona Rohner und Reto Schaffer, Geschäftsführer Trinamo. «Wir haben mit der Fachhochschule Nordwestschweiz evaluiert, welche Probleme jetzt und in der Zukunft auf die Gesellschaft zukommen werden und wie wir diese angehen können», sagt die Betriebsökonomin.

Um das Projekt one11 zu verstehen, muss man erst wissen, welche Probleme Signer meint: «Die Gelder für den Sozialbereich werden eher weniger, die Welt wird digitalisiert, und die Zahl der Pensionierten nimmt stetig zu und das bei sinkendem Umwandlungssatz der Pensionsgelder.» Helfen und unterstützen will «one11» auf verschiedene Arten. Es soll künftig eine App geben, auf der man Jobs oder Dienstleistungen finden und anbieten kann und auf der Veranstaltungen angezeigt werden. Und da gibt es die Hubs, Dreh- und Angelpunkte des Unternehmens. Jeder dieser Standorte deckt einen Umkreis von rund fünf Kilometern ab und dient den Menschen als Anlaufstelle, Arbeits- und Wohnort. «Es entsteht eine Community, in der jeder profitieren und mitpartizipieren kann, so viel er das gerade möchte und braucht», sagt Signer.

Das Hotel Ascott wird umgebaut

Der erste Knotenpunkt von «one11» ist das Hotel Ascott in Rombach. Pächterin war lange die Trinamo. Vor kurzem hat sich «one11» von Trinamo losgelöst und das Hotel von ihr übernommen. Die Mitarbeiter der Trinamo sind dort aber nach wie vor angestellt. Alexandra Signer erklärt, warum sich das Ascott als Zentrale eignet: «Dort kann gearbeitet werden, unter anderem in der Küche oder im Service. Weiter ist es ein Ziel von ‹one11›, kostengünstigen Wohnraum anzubieten.» Deswegen stehen nun einige Veränderungen in den Räumen des Hotels an. Während im zweiten Stock weiterhin Hotelzimmer vermietet werden, entstehen im ersten Stockwerk kleine Studios und Zimmer für lange Aufenthalte. Einziehen kann laut Signer jeder, der möchte. Das Angebot eigne sich vor allem für ältere Personen, die nicht ins Altersheim und von den Dienstleistungen des Hotels Gebrauch machen wollen. Oder für Studenten, die flexibel sein und wenig ausgeben möchten. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen.

Nicht jeder Standort soll «one11» gehören. Signer hat Franchise-Projekte im Kopf: «Betreiber von Hotels oder Altersheimen, die sich neu positionieren möchten, können sich bei uns anmelden und durch das Konzept Kosten optimieren und die Auslastung steigern.» Finanzieren will sich «one11» über Franchising und die Einnahmen der eigenen Standorte. Noch werden Geldgeber für «one11» gesucht.