Zugs-Drama in Aarau
«Die Züge haben einen extrem langen Bremsweg»

Ein Unfall, wie er am vergangenen Samstag im Bahnhof Aarau passiert ist, lässt sich fast nicht verhindern. Die SBB appellieren deshalb an die Selbstverantwortung der Bahnkunden.

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Mit weit über 100 Stundenkilometern donnern die Züge durch den Bahnhof Aarau. Dies wurde am vergangenen Samstag einem 17-Jährigen und einem 23-Jährigen zum Verhängnis.

Der Teenager wurde, nachdem er zwei Geleise überquert hatte und auf den Schienen Richtung Lenzburg ging, von einem herannahenden Zug erfasst und getötet.

Der zweite junge Mann verletzte sich beim Versuch, den offenbar betrunkenen Jugendlichen zu retten. Er befindet sich ausser Lebensgefahr.

Nach Angaben der SBB lässt sich ein solcher Unfall, wie er am Samstag in Aarau passiert ist, fast nicht verhindern. «Die Züge haben eine extrem langen Bremsweg, der Lokomotivführer hat keine Chance», sagte ein Sprecher des Bahnunternehmens gegenüber Radio Argovia.

Auch sei es nicht praktikabel, den Zugang zu den Geleisen mit technischen Mitteln zu verunmöglichen. «Unser Schiennennetz ist mehr als 3000 Kilometer lang», sagte der SBB-Sprecher. «Es ist schlicht unmöglich alle Geleise bespielsweise mit Gittern zu versperren.»

Die SBB appellieren deshalb an die Selbstverantwortung der Bahnkunden. Die Schienen dürften niemals betreten oder überquert werden. (bau)