Aarau
Die «Wolke» ist im siebten Himmel: Bahnhofplatz erhält Auszeichnung

Die Stadt Aarau sammelt weiter Preise: Nach dem Wakker-Preis ist es nun der Bahnhofplatz, der prämiert wird. Die «Wolke» erhält den «Award 2014 für Marketing und Architektur», welcher jährlich von einem Innerschweizer Unternehmen verliehen wird.

Josua Bieler
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Der Bahnhofplatz mit der «Wolke» kurz vor seiner Einweihung.

Der Bahnhofplatz mit der «Wolke» kurz vor seiner Einweihung.

Annika Buetschi / AZ

Es ist eine neue Sehenswürdigkeit in Aarau: Das Luftkissendach über dem Bushof, besser bekannt als die «Wolke». Ob es gar den Oberturm als Wahrzeichen von Aarau verdrängt, darüber kann man sich streiten. Aber in einem Punkt sind sich alle einig: Steigt man in Aarau aus dem Bus oder tritt aus dem Bahnhofgebäude, weiss man sofort, in welcher Stadt man ist. Ein Dach wie jenes des Aarauer Bushofes steht nirgendwo sonst in der Schweiz: blau, geschwungen, aufgeblasen und mit einem Loch.

Sieben Monate nach der Einweihung wurde der Bahnhofplatz nun bei den «Awards 2014 für Marketing und Architektur» im KKL in Luzern ausgezeichnet. Dieser wird jährlich von einem Freiburger Unternehmen an hochwertige Architektur verliehen, die gleichzeitig auch einen Marketingnutzen hat.

Der Platz sei «ein grosszügiger, offener, urbaner und angenehm heller Ort geworden», so die zwölfköpfige, unabhängige Jury. Es handle sich nicht nur um eine Verkehrsdrehscheibe, sondern um «funktionale Kunst im Stadtraum».

In den Festreden im KKL wurde betont, dass gute Architektur auch ein wesentlicher Marketing- und Wirtschaftsfaktor sei - und dass dazu gute Bauherrschaften nötig seien. Beides wolle man weiterhin beherzigen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Der Stadtrat freut sich über die Auszeichnung und sagt, die Auszeichnung passe «ausgezeichnet» zum Wakkerpreis.

Und die Aarauerinnen und Aarauer? Haben sie sich an die radikale Neugestaltung gewöhnt? Der Unterschied zum einstigen Kopfsteinpflaster mit dem Schützendenkmal ist riesig. Die Urteile fallen immer noch gemischt aus.

Inzwischen zeigt sich, dass ein Zusatzelement funktioniert: Die roten, aufklappbaren Tulpensitze werden besonders von Jugendlichen rege benutzt, jetzt, da es wärmer ist.

Flexibilität von allen Seiten

Aber ausgezeichnet wurde nicht primär die Funktionalität und das Aussehen des Bahnhofplatzes, sondern die gelungene Teamleistung. Das Aarauer Stimmvolk, die Architekten «Vehovar&Jauslin», das Stadtbauamt und der Kanton mussten gemeinsam eine Lösung finden.

Mateja Vehovar vom Architekturbüro «Vehovar&Jauslin» in Zürich, die nach der Eröffnung auch Kritik einstecken musste, freut sich riesig über die Auszeichnung. Sie sei überrascht: «Normalerweise wird ein Gebäude ausgezeichnet und nicht ein öffentlicher Raum.» Sie sagt, die vielen Etappen an diesem Knotenpunkt hätten eine grosse Kompromissbereitschaft und viel Geduld von allen Seiten erfordert.