Die Voraussetzungen für diese Stadtführung zum Wakker-Preis sind günstig: Das Abendlicht schmeichelt den Häuserzeilen. Eine Handvoll Leute ist gekommen, um die 17 vom Heimatschutz speziell erwähnten Bauten zu sehen und die 16 weiteren, welche die Stadt zum Rundgang hinzugefügt hat.

Vor der Bäckerei Furter an der Bahnhofstrasse sitzt ein junger Mann und spielt Mundharmonika, daneben preist ein Schild Erdbeertörtchen an. Am Freihofweg riecht es nach Holunder. Eine Frau klappt, von den Besuchern überrascht, ihren Liegestuhl nach hinten und versteckt sich hinter ihrem Buch. Am Graben bekommt ein Mädchen einen hysterischen Lachanfall, nachdem es mitten auf der Strasse still gestanden ist und beinahe vom Bus überrollt worden wäre. Es war unkonzentriert, entspannt. Es ist Freitagabend. Eine Frau trägt einen Topf Rosmarin über den Schlossplatz. Aarau ist schön.

Natürlich geht es beim Wakker-Preis nicht um Mundharmonikaspieler und Rosmarintöpfe. Es geht um Backsteine und Beton, um Ausnützungsziffern, das Spiel von Räumen und Zwischenräumen. Aber das Wakker-Preis-Fest am 28. Juni ist mehr als ein Fest der Stadtentwicklung und Architektur. Die Stadt in ihrer ganzen Schönheit wird gefeiert.

Wurst, Bier und Talk

Die Feierlichkeiten beginnen schon dieses Wochenende in den Quartieren. Denn aus diesen Kleinzellen setzt sich die Stadt zusammen, sie machen ihr Wesen aus. Der Schweizer Heimatschutz lobt explizit auch die Bewahrung der Charaktere der verschiedenen Stadtquartiere. Darum will Hannes Leo Meier dort schon mal die Glut für den Wakker-Preis 2014 entfachen. Der Regisseur ist für die Umsetzung der Quartierprogramme verantwortlich.

Jedes Quartier habe durch seine bauliche Struktur sein eigenes Gesicht und Wesen. «Diese Identität soll in der eigenen Fasson gefeiert werden – bei Wurst, Wein und Bier», so Meier. Dabei wird der Blick darauf gerichtet, was man hatte, was man hat – und was noch sein könnte. «Vor Ort soll die Quartierarchitektur und die Identität beobachtet, belebt, gefeiert und visionär weitergedacht werden», findet der Initiant.

Die Quartierfeste werden jeweils mit einer Gruppe von Leuten bestehend aus den Quartiervereinen, Architekten und Freiwilligen vorbereitet. Begleitet werden die Quartierfeste von Radio Kanal K, die Gesprächsrunden werden moderiert von Walter Vogt, bekannt vom Aarauer Kronetalk. Es stehen Festbänke zur Verfügung.

Telli: Freitag, 20. Juni, 19 Uhr im Gemeinschaftszentrum. Podiumsdiskussion um 19.15 Uhr. Mit der Stadtmusik.

Zelgli: Sonntag, 22. Juni, 10.30 bis 13.30 Uhr auf dem Wallerplatz. Strassenkreidefest mit Zopf, Wakker-Bowle und Sirupbar. Grilladen selber mitbringen. Talk um 11 Uhr.

Rohr: Montag, 23. Juni, 19 Uhr, Lindenweg 5. Spaziergang 19.30 Uhr, Talk ca. 20 Uhr. Mit der Stadtmusik.

Altstadt/Schachen: Mittwoch, 25. Juni, 19 Uhr beim Haldentor. Talk um ca. 20 Uhr. Mit der Stadtmusik.

Damm: Freitag, 27. Juni, 19 Uhr auf dem Kindergartenareal, Talk um ca. 20 Uhr. Mit der Kadettenmusik.