Kreisschule Entfelden
Die Unterschriften-Sammlung, über die keiner reden will

Durch die Kreisschulratssitzung der Schule Entfelden geisterte die geheimnisvolle Unterschriftensammlung in Zusammenhang mit dem WC-Brand im Schulhaus «Roggenhausen» im Dezember – doch wer Bescheid wusste, gab sich zugeknöpft.

Katja Schlegel
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Zum zweitenmal hat die Kreisschule Entfelden auf Führungsebene eine rote Ampel erhalten.

Zum zweitenmal hat die Kreisschule Entfelden auf Führungsebene eine rote Ampel erhalten.

Katja Schlegel

Geheimniskrämer-Stimmung herrschte an der Kreisschulratssitzung am Mittwochabend. Das Thema: eine Unterschriftensammlung in Zusammenhang mit dem Brandfall im Unterentfelder Schulhaus «Roggenhausen» Anfang Dezember. Damals hatte eine Lehrperson auf einer Toilette im Erdgeschoss einen Brand entdeckt, das Gebäude wurde evakuiert. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf 7500 Franken.

Doch was hat es mit der Unterschriftensammlung auf sich? Kreisschulrat Marco Gisi tönte während der Sitzung an, dass das Vorgehen von Schulpflege und Schulleitung in Unterentfelden eine grosse Verunsicherung bei den Eltern ausgelöst habe. Konkret wollte Gisi aber auch auf direkte Nachfrage von Schulpfleger Georges Brandenberg nicht werden. Er betonte nur, dass sich das Unbehagen gegenüber der Schule durch diesen Vorfall noch verstärkt habe. «Es ist ein vielschichtiges Thema, das man nur im persönlichen Gespräch lösen kann», so Gisi.

Angetönt wurde an der öffentlichen Sitzung viel, gesagt wenig. Die Zuschauerstühle waren gut besetzt, doch die Besucher erhofften sich vergeblich eine Stellungnahme des Kreisschulrates. Die Karten auf den Tisch legen wollte keiner – weder Mitglieder des Kreisschulrates noch der Schulpflege oder die Besucher selbst. Wer nicht bereits im Bilde war, blieb ratlos zurück.

«Da ist viel falsch gelaufen»

«Wir wollen damit nicht an die Öffentlichkeit», sagte einer der Initianten der Unterschriftensammlung, Christoph Schwarz, der ebenfalls an die Sitzung gekommen war. Klar ist: Die Brandursache ist seit Januar bekannt. Ein Kind aus der Unterstufe hat sich gemeldet. Es habe mit Zündhölzchen auf der Toilette gespielt. Dabei ist das Toilettenpapier in Brand geraten. Das Kind wurde daraufhin von Schulleitung und Kreisschulpflege für sechs Wochen vom Unterricht ausgeschlossen. Aktuell besucht es den Unterricht anderswo. Noch ist aber nicht klar, ob das Kind ab August wieder in Unterentfelden zur Schule gehen darf, das Verfahren läuft.

«Die Unterschriftensammlung richtet sich gegen den Umgang von Schulleitung und Schulpflege mit dem Kind und dessen Familie», sagte Schwarz. «Die Unterzeichnenden wünschten eine Aussprache, damit das Vertrauen gegenüber der Führung der Schule wiederhergestellt werden kann. Das Gespräch wurde aber nicht gewährt.» Unterschrieben wurde das Papier von 198 Personen.

Kreisschulratspräsident Urs Heuri stellte klar, dass die Besucher von ihm keine Stellungnahme erwarten dürfen. Zwar habe man Kenntnis von der Unterschriftensammlung. «Wir als Legislative werden das Geschäft im Kreisschulrat aber nicht behandeln. Das liegt allein in der Kompetenz von Schulpflege und Schulleitung.» Er sei aber zuversichtlich, dass diese mit den betroffenen Personen schnell und unkompliziert eine Lösung finden werden.

Gesamtschulleiter Tobias Pflugshaupt-Trösch und Kreisschulpflegepräsidentin Brigitte Frehner wollten ebenfalls keine Stellung nehmen. Sie verwiesen beide auf das laufende Verfahren.

Nach Abstimmung: Erlenweg 2 kommt nicht wieder

Vorläufig nicht vors Volk kommt die Neuauflage des Schulhausneubaus «Erlenweg 2», das die Stimmbürger vor einem Jahr bachab geschickt haben. Es sei nicht etwa so, dass sich die Raumnot gelindert hätte, sagte der für das Ressort Bauten und Anlagen zuständige Schulpfleger Georges Brandenberg – im Gegenteil. «Aber mit allem, was wir jetzt an Neubauprojekten aufgleisen, sind wir zu spät.» Deshalb setze man jetzt aufs Optimieren und spanne Provisorien in die Überlegungen mit ein. Diese werden laut Brandenberg alleine schon hinsichtlich der Sanierungen an den Oberentfelder Schulhäusern «Erlenweg» und «Isegüetli» nötig. «Diese Sanierungsarbeiten bringen wir nicht in den Sommerferien durch.» (ksc)

Weitere Millionen-Kredite

Ansonsten verlief die Sitzung im üblichen Rahmen. Schulpfleger Georges Brandenberg, zuständig für das Ressort Bauten und Anlagen, erinnerte noch einmal daran, dass die Schulpflege spätestens im Herbst 2016 weitere Kredite in Millionenhöhe vor den Kreisschulrat bringen müsse. Diese werden zwischen 2018 und 2022 für die umfassenden Sanierungsarbeiten an den 23 Schulgebäuden fällig, die ein Durchschnittsalter von weit über 40 Jahren erreicht haben. Die erste 11-Millionen-Tranche für die Etappe von 2013 bis 2017 hatten die Stimmbürger im November 2012 gutgeheissen. Stimmt der Kreisschulrat den neuen Sanierungskrediten zu, werden diese im Frühling 2017 vors Volk kommen.

Wahlkommission bestellt

Brandenberg betonte noch einmal, man müsse die Planung eines Schulhausneubaus jetzt angehen (siehe Kontext). Er selber wird dies nicht mehr tun. Wie bereits an der letzten Kreisschulratssitzung im Dezember angekündigt, tritt er per Ende 2015 als Schulpfleger zurück. Ebenso wie Peter Preisig, der bereits per Ende Schuljahr sein Amt ablegt und für die vergangenen viereinhalb Jahre an seiner letzten Sitzung mit dem Kreisschulrat von Präsident Heuri für seinen Einsatz gewürdigt wurde. Etwas harzig gestaltete sich die Bestellung der Wahlkommission für die beiden vakanten Schulpflegesitze: Nach Heuris Aufruf meldete sich erst niemand freiwillig. Schlussendlich konnten sich nebst Urs Heuri auch Manuela Lüthi und Marco Gisi dazu durchringen.

Die beiden Abrechnungen sowie die Rechnung 2014 hat der Kreisschulrat jeweils einstimmig angenommen: Der Investitionskredit für die Planung des Neubaus «Erlenweg 2» schloss knapp 80 000 Franken tiefer als budgetiert, die Abrechnung für die beiden neuen Schulzimmer beim Schulhaus Roggenhausen gar 100 000 Franken tiefer. Die Rechnung schliesst mit 11,7 Millionen Franken eine gute halbe Million unter Budget ab.