Eidgenössisches Jodlerfest

«Die Töne zu treffen, reicht nicht»: So wollen Aargauer Teilnehmer punkten

Modernes Lied, Jugendlichkeit oder Ausdruck – womit diese Aargauer punkten wollen.

Rund 15 000 Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger machen sich dieses Wochenende auf den Weg nach Brig ans Eidgenössische Jodlerfest. Am Freitag und Samstag wird musiziert, an rund zwölf Austragungsorten stehen 1600 Formationen auf den Bühnen und lassen sich von den Jurys bewerten – darunter natürlich auch Musiker aus der Region. Ein paar Teilnehmern hat die az vor dem grossen Auftritt den Puls gefühlt.

Nahezu Routine sind solche Auftritte für Yvonne Fend-Bruder (32) aus Seengen. Mit acht Jahren stand sie das erste Mal auf der Bühne, hat Chöre geleitet, unterrichtet und singt selber in verschiedenen Formationen. «Jodeln ist meine Leidenschaft und Balsam für die Seele. Ich kann dem Alltagsstress entfliehen und mit Singen meine Gefühlslage ausdrücken.», sagt Yvonne Fend. In den nächsten Tagen tritt sie in drei Formationen auf. Und steht sie nicht selbst auf der Bühne, sitzt Yvonne Fend davor, am Jurypult.

Als eine von drei Juroren entscheidet sie bei 30 Auftritten mit, ob die Formationen mit der Bestnote 1, einer guten 2, einer 3 oder 4 nach Hause reisen. Ein schwieriger Job, sagt sie. «Man will es allen recht machen.» Und doch gelten für alle die gleichen, strengen Bewertungsrichtlinien. Das Wichtigste sei, dass sich die Sängerinnen und Sänger in das Lied und den Text einfühlen, und dass es die Zuhörer bewegt, sagt Fend. «Die Töne zu treffen, reicht nicht aus. Wer vom Sonnenaufgang singt, muss das zeigen, der darf keinen sauren Stein machen.»

Wow! Walliser jodeln DJ Antoines «Ma Chérie»

Wow! Walliser jodeln DJ Antoines «Ma Chérie»

Verländlerter Hip Hop, verpunkter Schlager - musikalische Crossover-Projekte sind in der Schweiz beliebt. Nun ist es einem Walliser Chörli gelungen, den House-Hit "Ma Chérie" von DJ Antoine in einen Jodel umzuwandeln. Entstanden sei die Idee im Zusammenhang mit einer Werbung für das eidgenössische Jodlerfest in Brig-Glis

Wann die Nerven flattern

Sie selbst setzt bei ihren Vorträgen auf spezielle Lieder, die nicht jeder kennt, gerne auch mit Moll-Akkorden. So wird sie dieses Wochenende im Duett mit Karin Weber-Widmer aus Lenzburg «Tröim mit mir i d’Nacht» von Peter Küenzi, zusammen mit Erika Zanini-Brun aus Altdorf «De Augestärn» von Emil Wallimann und mit dem Jodlerchörli Geuensee «D’Musig» von Marie-Theres von Gunten singen. Wie steht es mit der Nervosität? Fend lacht. «Eine gewisse Anspannung gehört dazu. Das Nervenflattern ist jedoch schlimmer, wenn ich als Jurorin arbeiten muss, als wenn ich singe.»

Eigentlich wollten die Oberwynentaler Jodler ja Vater Xaver Müller für ihren Klub gewinnen. Weil er aber keine Zeit hatte, schickte erseine beiden Töchter Julia und Luzia Müller in eine Probe – und seither ist es um die beiden geschehen. Die beiden Reinacherinnen (26 und 21) jodeln seit 2013 und seit drei Jahren im Duett. «Wir haben immer gern gesungen», sagt Julia Müller. Und bei der ersten Probe mit den Jodlern habe es ihnen den Ärmel reingenommen. «Jodeln ist eine hohe Kunst; wenn man das kann, kann man alles singen.» Noch seien sie noch nicht perfekte Jodlerinnen, sagt Julia Müller und lacht. «Aber die Leute haben Freude an zwei jungen Frauen, da drücken sie auch gern ein Auge zu, wenn es noch nicht perfekt klingt.» Am Eidgenössischen wollen die Schwestern in der Kategorie Duett mit «E sunnige Morge» von Ernst Sommer punkten. Und dann drücken sie natürlich auch ihrem Jodlerklub Oberwynental die Daumen, der mit «Im Buechewald» von Edi Gasser aufritt.

«Jodeln ist hohe Kunst»

Eigentlich wollten die Oberwynentaler Jodler ja Vater Xaver Müller für ihren Klub gewinnen. Weil er aber keine Zeit hatte, schickte erseine beiden Töchter Julia und Luzia Müller in eine Probe – und seither ist es um die beiden geschehen. Die beiden Reinacherinnen (26 und 21) jodeln seit 2013 und seit drei Jahren im Duett. «Wir haben immer gern gesungen», sagt Julia Müller. Und bei der ersten Probe mit den Jodlern habe es ihnen den Ärmel reingenommen. «Jodeln ist eine hohe Kunst; wenn man das kann, kann man alles singen.» Noch seien sie noch nicht perfekte Jodlerinnen, sagt Julia Müller und lacht. «Aber die Leute haben Freude an zwei jungen Frauen, da drücken sie auch gern ein Auge zu, wenn es noch nicht perfekt klingt.» Am Eidgenössischen wollen die Schwestern in der Kategorie Duett mit «E sunnige Morge» von Ernst Sommer punkten. Und dann drücken sie natürlich auch ihrem Jodlerklub Oberwynental die Daumen, der mit «Im Buechewald» von Edi Gasser aufritt.

Beim Jodlerklub Haselbrünneli aus Biberstein ist das Einsingen entscheidend: «Holpert es beim Einsingen, wird der Auftritt grossartig», sagt Präsident Walter Reinhard und lacht. Gesungen wird «Hübschli, hübschli» von Heinz Wil-lisegger – ein mutiger Entscheid. «Man hört das selten, weil es so modern ist», sagt Reinhard. Aber genau damit wollen die Bibersteiner punkten. Als alte Hasen sollte das klappen, schliesslich sind sie seit 1962 an jedem Eidgenössischen dabei.

Die Mutigen

Beim Jodlerklub Haselbrünneli aus Biberstein ist das Einsingen entscheidend: «Holpert es beim Einsingen, wird der Auftritt grossartig», sagt Präsident Walter Reinhard und lacht. Gesungen wird «Hübschli, hübschli» von Heinz Wil-lisegger – ein mutiger Entscheid. «Man hört das selten, weil es so modern ist», sagt Reinhard. Aber genau damit wollen die Bibersteiner punkten. Als alte Hasen sollte das klappen, schliesslich sind sie seit 1962 an jedem Eidgenössischen dabei.

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