Wer regelmässig auf die Salhöhe respektive zur Klinik Barmelweid fährt, muss in den nächsten Jahren zeitweise mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Darauf lässt ein Baugesuch des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt schliessen, das derzeit bei der Bauverwaltung in Erlinsbach AG aufliegt. Es ist noch bis zum 25. September öffentlich einsehbar.

Konkret geht es um Bauarbeiten an der Kantonsstrasse, die von Erlinsbach auf die Salhöhe führt (die übrigens auf den offiziellen Karten mal mit, mal ohne Doppel-A geschrieben wird). Der Projektperimeter bewegt sich etwa vom Bereich der Bushaltestelle Laurenzenbad bis hoch zum Restaurant auf der Passhöhe. Er tangiert auch den Kanton Solothurn respektive die Gemeinde Kienberg. Die gesamten Baukosten belaufen sich auf zirka 4,6 Mio. Franken.

Strassenrand rutscht ab

«Der Belag im 3,1 Kilometer langen Ausserorts-Abschnitt von der Abzweigung zum Laurenzenbad bis zur Salhöhe ist über 20 Jahre alt und sanierungsbedürftig», heisst es im Technischen Bericht zum Baugesuch. Also wird der Belag um fünf Zentimeter abgefräst und neu aufgebaut. Kanalfernsehaufnahmen zeigen, so heisst es im Bericht, dass die Strassenentwässerungen nicht saniert werden müssen. Es sind auch keine sonstigen Werkleitungsarbeiten geplant. Die Fahrbahnbreite wird grundsätzlich nicht verändert. Es gibt auch künftig keinen eingezeichneten Radstreifen.

An zwei Stellen werden zum Schutz der Fussgänger beziehungsweise Buspassagiere sogenannte «Standplätze» eingerichtet, wo sie kurz warten können. Zum einen bei der talseitigen Bushaltestelle Laurenzenbad (Bus 2 der Busbetriebe Aarau BBA, Linie Rohr-Erlinsbach). Zum anderen in der S-Kurve, wo der offizielle Wanderweg quert, was «aufgrund der eingeschränkten Sicht gefährlich ist», so der Technische Bericht.

Teilweise, so heisst es weiter, ist der talseitige Trassenrand auf 33 Metern Länge eingebrochen. Hier ist eine Vernagelung beziehungsweise eine Bankett-Sicherung vorgesehen. So will man «ein weiteres Abgleiten des Geländes entlang des Fahrbahnrandes» verhindern.

«Die beiden Stützmauern oberhalb des Laurenzenbads und oberhalb des Parkplatzes Hard sind in schlechtem Zustand», heisst es weiter. «Sie weisen grossflächig Abplatzungen auf und müssen instand gesetzt werden.» Die Stützmauern erhalten eine Natursteinvormauerung. «Damit soll gewährleistet werden, dass mindestens 25 Jahre keine Erhaltungsmassnahmen notwendig werden», so der Bericht.

Erneuert werden schliesslich auch die beiden Busbuchten auf der Passhöhe. Sie sind nicht gelenkbustauglich und behindertengerecht ausgestaltet. Für die neuen Bushaltestellen kauft der Kanton Aargau der Gemeinde Kienberg 100 Quadratmeter Land ab. Der Aargau wächst aber nicht; es werden keine Grenzen verschoben: Die Fläche wird der Strassenbauparzelle im Kanton Solothurn zugeschlagen.

Start im 2019 geplant

Wann genau die Bauarbeiten umgesetzt werden, ist noch nicht klar. Beim kantonalen Tiefbauamt rechnet man damit, 2019 die Arbeiten an den Stützmauern und am Bankett ausführen zu können, 2020 dann die Deckbelagsarbeiten. Vorausgesetzt, es gibt keine Einsprachen. Bei den Arbeiten an der Mauer wird wohl mit einer Lichtsignalanlage gearbeitet. Wie die Verkehrsführung während der Deckbelagsarbeiten organisiert wird, ist noch offen.

Gemässt dem Technischen Bericht ist die Kantonsstrasse als Hauptverkehrsstrasse eingeteilt und weist vorwiegend regionalen Verkehr auf. Die Verkehrsbelastung beträgt zirka 1730 Fahrzeuge - zumindest bei der letzten Verkehrzahlung 2008. Befahren wird die Strecke neben der BBA-Buslinie 2, die vor allem für die Klinik Barmelweid wichtig ist, auch von der Postautolonie 102, die ab der Passhöhe via Kienberg nach Gelterkinden führt.

Übrigens: Auch der Kanton Solothurn baut an seinem Abschnitt der Passstrasse (Nordrampe). Insgesamt 25 Mio. Franken soll dieses Grossprojekt kosten, das auf Solothurner Seite nebst der Sanierung auch einen Ausbau umfasst. Bereits umgesetzt wurden die Arbeiten auf der Strecke zwischen der Passhöhe und den Salhöfen sowie der Abschnitt vom ehemaligen Kienberger Gipswerk bis zum Sonnhaldenhof.