Veltheim

«Die Stimmenzähler haben zweimal gezählt»: Steinbruch-Gegner hatten keine Chance

Die Jura Cement möchte den Steinbruch bei der Steinbitz (grüne Fläche in der Mitte, im Hintergrund Auenstein) erweitern. Dagegen regt sich vor allem im Veltheimer Ortsteil Au (vorne links) Widerstand. Claudia Meier

Die Jura Cement möchte den Steinbruch bei der Steinbitz (grüne Fläche in der Mitte, im Hintergrund Auenstein) erweitern. Dagegen regt sich vor allem im Veltheimer Ortsteil Au (vorne links) Widerstand. Claudia Meier

«Mit 202 Ja gegen 85 Nein haben Sie dem Antrag des Gemeinderates zugestimmt», sagte Gemeindeammann Ulrich Salm am Ende der rund dreieinhalb Stunden dauernden Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Damit ist das Beschlussquorum von 202 Stimmen punktgenau erreicht, ein Referendum nicht möglich. «Die Stimmenzähler haben zweimal gezählt», so Salm.

291 der 1008 Stimmbürger waren erschienen. Salm sprach von einem Rekordaufmarsch. «Es ist eine extrem aufwendige, umfangreiche und komplexe Vorlage», begann der Gemeindeammann seine detaillierten Ausführungen zum Geschäft. Mit der von der Versammlung genehmigten Änderung der Teilnutzungsplanung wird das Abbaugebiet Steinbitz näher an das Quartier Au (Veltheim) herangeschoben. Vor allem aus diesem Quartier rekrutierte sich Opposition. Die Bewohner befürchten noch stärkere Immissionen, insbesondere Erschütterungen durch die Sprengungen. Sie verlangen, dass der Abstand vom Siedlungsgebiet zum Abbaugebiet 300 und nicht wie vorgesehen 200 Meter betragen solle. Ein weiteres Anliegen der zahlreichen Votanten war die Renaturierung. Regelmässig wurde auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der JCF sowohl als Arbeitgeber wie auch als Entschädigungszahler hingewiesen. Ein Versammlungsteilnehmer offerierte als Ersatz für den Abbau Steinbitz sein ebenfalls beim Steinbruch gelegenes Grundstück. Die Idee scheiterte bereits früher an einem weiteren Grundeigentümer, der sein Land auf keinen Fall verkaufen will.

Zuerst wurden die drei Anträge in einem Abänderungsantrag zusammengefasst: Der Abstand des Abbaugebietes soll 300 statt wie vorgesehen 200 Meter betragen. Nachdem die Stimmzettel für die geheime Abstimmung verteilt waren, pilgerten die Versammlungsteilnehmer an die Urnen, die in Vorräumen der Turnhalle aufgestellt waren. Mit 197 gegen 92 Stimmen lehnte die Versammlung den Abänderungsantrag ab. Damit war der Weg frei für den Entscheid zum Antrag des Gemeinderates, über den ebenfalls geheim abgestimmt wurde. Das eindeutige, definitive Ja wurde dann mit Applaus gefeiert. (dm)

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