Aarau/Suhr
Die Stiftung Töpferhaus platzt aus allen Nähten – jetzt will sie ein neues Haus bauen

Die Aarauer Stiftung plant in Suhr ihren dritten Standort. Jetzt wird die Planung konkret.

Katja Schlegel
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Im Haus in Suhr wird künftig die Aarau-Spezialität «Bachfisch» hergestellt.

Im Haus in Suhr wird künftig die Aarau-Spezialität «Bachfisch» hergestellt.

zvg

Im Mai 2015 wurden die Ausbaupläne der Stiftung Töpferhaus öffentlich bekannt: Die Aarauer planen, im Suhrer Süden einen dritten Standort (nebst der Bachstrasse und der Bleichemattstrasse in Aarau) zu eröffnen. Und zwar auf dem Land gegenüber dem neu eröffneten Kindergarten am Schützenweg. Jetzt, mehr als vier Jahre später, ist das Projekt in die Zielgerade eingebogen.

Noch sei die Baubewilligung nicht erteilt, sagt Daniel Aeberhard, Geschäftsführer der Stiftung Töpferhaus, auf Anfrage. «Aber wir sind sehr optimistisch, dass sie demnächst eintreffen wird.» Der Spatenstich ist für Frühling 2020 geplant. «Wir sind also noch im Fahrplan.»

Das Suhrer Projekt hat einen grossen Pluspunkt

Der Grund für die Expansion: «Wir platzen in Aarau aus allen Nähten», sagt Aeberhard. Die Anzahl von Erwachsenen mit psychischer Beeinträchtigung habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Mehr Platz braucht es nicht nur für die Tagesstätte, die Produktion und entsprechenden Lagermöglichkeiten, sondern auch für Wohnangebote.

Das «Haus für Menschen», wie das Projekt in Suhr heisst, umfasst Arbeits- und Wohnraum, verteilt auf drei Geschosse. In den beiden Obergeschossen entstehen 19 Wohnstudios, im Erdgeschoss werden Teigwaren und Backwaren produziert; unter anderem auch die süsse Aarau-Spezialität «Bachfisch».

Der grosse Pluspunkt für das Töpferhaus und das Quartier: Die Cafeteria im Erdgeschoss soll für das Quartier öffentlich werden. «Das ist das Bestechende an diesem Projekt», sagt Aeberhard. «Wir sind Teil der Gesellschaft, des Quartiers.» Aberhard ist überzeugt, damit einen Mehrwert für alle zu bieten.

Diesen Treffpunkt hatte Gemeindepräsident Marco Genoni auch bereits im Sommer 2018 an einem Infoforum lobend erwähnt: «Es soll ein Quartiertreffpunkt entstehen, der einen positiven Effekt für die Entwicklung des gesamten Quartiers gibt.»

Der Betrieb der Cafeteria wurde von der Gemeinde und dem Töpferhaus vertraglich festgehalten. Denn das Land gehört nach wie vor der Einwohnergemeinde Suhr. Sie gibt es lediglich im Baurecht für 80 Jahre ab. So bleibt das Land laut Genoni künftigen Generationen erhalten.

Gebaut wird das «Haus für Menschen» von der Berner Impact Immobilien AG. Ein Unternehmen, das schweizweit Immobilien für soziale und öffentliche Institutionen entwickelt, kauft, baut und vermietet. So auch an die Stiftung Töpferhaus.

Töpferhaus muss eine Million selber stemmen

«Die Kosten von einer Million Franken für den Innenausbau muss das Töpferhaus übernehmen», sagt Aeberhard. Geld, das durch Fundraising zusammenkommen soll. Stand heute ist knapp die Hälfte zugesagt. Was, wenn die andere Hälfte beim Baustart noch fehlt? «Wir bauen trotzdem», sagt Aeberhard. Der Bezugstermin ist auf Mitte 2021 geplant.