Am Sonntagmorgen wählten die Zuhörer und Zuschauer von «Radio SRF 1» und «Schweiz Aktuell» gleich zwei «Helden des Alltags 2014»: Die beiden Frauen erhielten je 36 Prozent der Stimmen – Rolf Geiser 28 Prozent. Geiser engagiert sich für die Beschäftigung und Integration von Asylbewerbern in der Region Aarau.

Die beiden Gewinnerinnen und der Zweitplatzierte: v.l. Tanja Reusser, Esther Schönmann und Rolf Geiser

Die beiden Gewinnerinnen und der Zweitplatzierte: v.l. Tanja Reusser, Esther Schönmann und Rolf Geiser

Herr Geiser, Sie kommen eben aus Zürich. Sind Sie enttäuscht?

Ich habe in der letzten Woche ja eigentlich genug Streicheleinheiten von allen Seiten bekommen und mir gesagt, dass die Aufmerksamkeit ohnehin gut ist für das Projekt «BBB». Aber jetzt bin ich doch emotional geworden und etwas enttäuscht. Morgen ist das wieder weg.

Überrascht Sie das Resultat?

Es zeigt einfach, dass die Asylsuchenden in ihrer Beliebtheit im Land weiter unten stehen als beispielsweise Randständige. Aber es war erfreulich, dass es keine negativen Kommentare zum Projekt gab, wie es sonst der Fall ist, wenn positiv über Asylbewerber berichtet wird.

Eine Überraschung gab es dennoch.

Ja, die Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Vize-Präsidentin Angelica Cavegn Leitner kamen mit zur Wahl heute Morgen! Das freute mich irrsinnig. Sie schenkten mir unter anderem einen Stadtrundgang für die Asylbewerber.

Sie sind mit einem Büssli und 10 Asylbewerbern hingefahren. Haben sie etwas verstanden vom Anlass?

Den Asylsuchenden hat es sehr gefallen. Es konnten jene mitkommen, die relativ gut Deutsch sprechen und immer wieder an Anlässen für andere übersetzen. Sozusagen als Belohnung.

Und jetzt machen Sie weiter?

Selbstverständlich. Nur hoffe ich, dass ich Ende Jahr die Leitung abgeben kann und wir eine professionelle Lösung finden. Es ist immerhin ein 50-Prozent-Job.