Aarau

Die Stadt kämpft gegen Velofriedhöfe – 300 Drahtesel hat sie in einem Jahr ausgemistet

Ein vollgeparkter Veloständer am Bahnhof Aarau.

Ein vollgeparkter Veloständer am Bahnhof Aarau.

Aarau hat den Velofriedhöfen vor einem guten Jahr den Kampf angesagt. Ein Fazit.

Seit einem guten Jahr bewirtschaftet die Stadt Aarau die grossen Veloabstellplätze und Stationen rund um den Bahnhof und am Graben. Velos, die länger als 45 Tage stehen bleiben, werden eingezogen. Wer sein Fahrrad zurückhaben will, muss 30 Franken Aufwandsentschädigung hinblättern. Mit dieser Regelung will der Stadtrat «Velofriedhöfen» vorbeugen.

«Das System bewährt sich», sagt Daniel Ringier, Leiter Abteilung Sicherheit der Stadt Aarau. Bis heute seien keine negativen Erfahrungen mit der neuen Regelung gemacht worden. Im Gegenteil. «Es besteht seitens der Velofahrer grosses Verständnis für das Vorgehen, weil oft sehr enge Platzverhältnisse herrschen und es regelmässig nicht ausreichend Platz für alle Fahrräder hat.»

Kontrolliert werden die Velos monatlich von den Mitarbeitern des Werkhofs. Fahrräder, die fahruntauglich, verkehrsuntüchtig oder offensichtlich halterlos erscheinen, werden markiert. «Die diskrete Markierung ist mit Datum versehen und wird am Fahrrad befestigt», sagt Ringier.

Im ersten Jahr wurden so 300 Velos eingesammelt, die Hälfte davon stammen aus Velostationen. Von den 300 Velos wurden nur knapp zehn Prozent, also rund 30, wieder ausgelöst. Abgeholt werden können die Velos beim Werkhof in der Telli. 

Velos landen im Werkhof

Die ausrangierten Velos bleiben zwischen einem und sechs Monaten im Werkhof, je nach Zustand: Irreparable Velos bekommen eine Gnadenfrist von einem Monat, funktionstüchtige bleiben drei bis sechs Monate im Werkhof. Verstreicht diese Frist, ohne dass sich der Halter meldet, wird eine Verwertungsliste erstellt. «Diese wird von der Kantonspolizei auf allfällige Diebstahlsanzeigen überprüft», so Ringier. Liegt keine Anzeige vor, wird das Velo verwertet. «Die Velos werden alternierend von Bikes2Go, einem Betrieb der Trinamo AG, oder der Firma Grassi AG abgeholt, welche der Stadtpolizei einen geringen Betrag dafür auszahlen.»

Zu reden gab die Geduld des Stadtrats; die Frist von 45 Tagen erscheint vielen als ausgesprochen lange. So werden beispielsweise am Bahnhof Winterthur alle Velos abgeschleppt, die länger als 48 Stunden stehen bleiben. «Die Frist von 45 Tagen wurde gewählt, damit auch Personen, die längere Zeit in den Ferien weilen, ihr Velo am Bahnhof problemlos abstellen können», sagt Ringier und verweist auf den Erlass des Stadtrats, der im Juli 2018 publiziert worden ist. «Die 45 Tage sind die entsprechend verfügte Verkehrsanordnung.» Diese sei durch die Verwaltung so umzusetzen. 

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