Die drei Torfeld-Türme werden mit 75 Metern fast so hoch wie das Telli-Hochaus (80 Meter) und deutlich höher als das Gastro-Social-Gebäude (50 Meter). Sie werden auf rund 20 Etagen um die 450 Wohnungen haben, der Gewerbeanteil liegt bei mindestens zehn Prozent. Damit wird das Stadion-Quartier wesentlich grösser als das gesamte Aeschbachquartier (260 Wohnungen). Und der Schattenwurf? Dazu seien bereits erste Analysen gemacht worden, erklärte gestern Martin Kull, CEO und Inhaber der HRS Real Estate AG: «Die Nachbarn werden nicht belastet.»

Stadtrat Lukas Pfisterer über die neuen Stadionpläne

Der Aarauer Stadtrat Lukas Pfisterer über die neuen Stadionpläne

 

Stadion nicht ohne Türme

Bisher war östlich des Stadions kein Wohnen vorgesehen und die Gebäude hätten nur 40 Meter hoch werden dürfen. Das gilt insbesondere auch für das Baufeld 6, das die Bauherrin HRS erst Ende letzten Jahres von der Implenia gekauft hatte. Keine Änderungen gibt es beim Längsbau (etwa 50 Wohnungen) südlich des Stadions, der schon immer Teil des Projektes war.
Die HRS sagt ganz klar: Das Stadion kann nur gebaut werden, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für die Türme vorliegt – schliesslich müssen diese die Schüssel querfinanzieren. Die Realisierung der Türme ist laut Kull in Etappen denkbar.

Diese Visualisierung mit den beiden möglichen Varianten zum Stadionneubau wurde am 1. Mai an der Medienorientierung zum geplanten Stadion Torfeld Süd präsentiert.

Stadion Torfeld Süd, Aarau

Diese Visualisierung mit den beiden möglichen Varianten zum Stadionneubau wurde am 1. Mai an der Medienorientierung zum geplanten Stadion Torfeld Süd präsentiert. 

Im Gegenzug seien die Hochhäuser nur zulässig, so Stadtrat Lukas Pfisterer, «wenn das Stadion auch gebaut wird». Damit die Hochhäuser gebaut werden können, ist eine Teilrevision der Nutzungsplanung notwendig. Der Stadtrat will diese im Expresstempo vorantreiben. Im optimalen Fall soll sich der Einwohnerrat bereits im Dezember mit dem Geschäft befassen. Gegen seinen Entscheid kann das Referendum ergriffen werden. Falls dies geschieht, kommt es zu einer Volksabstimmung. Anschliessend sind Anpassungen am Gestaltungsplan nötig, deren Genehmigung Sache des Stadtrates ist.

Sowohl Nutzungs- als auch Gestaltungsplan müssen öffentlich aufgelegt werden. Einsprecher haben dabei viele Möglichkeiten, das Verfahren zu verschleppen. Ebenso wie im Baubewilligungsverfahren, das am Schluss für die Hochhäuser ebenfalls noch notwendig sein wird. HRS-Chef Kull hofft auf einen Baubeginn im August 2019. Er bezeichnet den Zeitplan als «ambitioniert».

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