Aarau

Die Spitex geht in die Privatwirtschaft

Von der Spitex wird mehr und mehr ein Rundumservice verlangt. (Symbolbild)

Von der Spitex wird mehr und mehr ein Rundumservice verlangt. (Symbolbild)

Mit «spitexpro» bietet die Spitex Aarau ab dem 1. Oktober einen Betreuungsdienst rund um die Uhr an. «spitexpro» bietet ein Zusatzpaket zum stark reglementierten Spitex-Markt an.

«Spitexpro», der neue privatwirtschaftliche Geschäftsbereich der Spitex Aarau, nimmt am 1. Oktober offiziell den Betrieb auf. Die Geschäftsleitung der «spitexpro» hat in einem kleinen Pensum Spitex-Geschäftsleiterin Pia Baur inne. Ihre Stellvertretung übernimmt Marion Colombo. Angestellt wurden zudem eine kaufmännische Mitarbeiterin sowie mit einem speziellen Vertrag für den Einsatz nach Bedarf eine SRK-Fachfrau.

Von der Spitex wird mehr und mehr ein Rundumservice verlangt. Doch diesen konnte die Spitex Aarau bis anhin nicht anbieten. Sie ist an den Leistungsauftrag der Stadt gebunden, der in den vergangenen Jahren sukzessive angepasst und auch ausgebaut wurde, zum Beispiel mit Spätdienst und psychiatrischer Hilfe. Doch wenn ein Klient Leistungen wünschte, die darüber hinaus gingen, musste die Non-Profit-Organisation Spitex an privatwirtschaftliche, gewinnorientierte Anbieter verweisen, von denen es im Kanton Aargau über 70 gibt.

Vor anderthalb Jahren hat die Spitex Aarau deshalb begonnen, mit «spitexpro» ein eigenes privatwirtschaftliches Standbein aufzubauen. Es bietet ein Zusatzpaket zum stark reglementierten Spitex-Leistungskatalog an – und macht damit Gewinn. Dieser soll auch dazu verwendet werden, minder bemittelten Klienten die Dienste von spitexpro zu ermöglichen.

«Individuelle Beratung, Betreuung und Begleitung stehen im Vordergrund des neuen Angebots», erklärt Spitex-Präsident Claude Dubois. Ob Gartenpflege, Begleit- und Fahrservice, Haushalts- und Kochdienst oder Kinderbetreuung, «spitexpro» kümmere sich individuell um eine Vielzahl an Bedürfnissen. Im Zentrum stünden der Mensch und sein Wohlbefinden.

Buchhalterisch eigenständig

Die Voraussetzungen für diesen privatwirtschaftlich organisierten Spitex-Bereich hat eine ausserordentliche Generalversammlung des Spitex-Vereins vor gut einem Jahr geschaffen: Die Statuten wurden entsprechend geändert und aus dem Vereinsvermögen ein Betrag von 200 000 Franken zur Finanzierung des Projekts bewilligt.

Das neue Angebot ist von den Dienstleistungen der Spitex Aarau buchhalterisch vollständig abgetrennt, der Verein finanzierte den Projektaufbau vollumfänglich aus eigenen Mitteln. Bereits seit Februar dieses Jahres beansprucht ein Klient die Leistungen von «spitexpro». «Mit ihm konnten wir erste Erfahrungen sammeln», sagt Dubois. «Wir wollen den neuen Bereich organisch wachsen lassen und das Angebot sukzessive aufbauen. Während der kommenden zwei Jahre wollen wir Erfahrungen sammeln», sagt Dubois.

Vom Erfolg ist Dubois aber überzeugt: «Das Bedürfnis besteht, die Nachfrage ist vorhanden.» Auch das Feedback der Spitex-Organisationen rund um Aarau, mit deren Präsidenten regelmässig informelle Treffen stattfinden, sei durchs Band positiv.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1