Aarau

Die SP Aarau steht vor heiklen Personalentscheiden

Franziska Graf will in den Regierungsrat.

Franziska Graf will in den Regierungsrat.

Was eine Wahl der Aarauer Stadträtin Franziska Graf in den Aargauer Regierungsrat auslösen könnte – auch im Kampf gegen den FDP-Stadtpräsidenten.

Noch ist Franziska Graf nicht einmal offiziell nominiert. Doch die Chance, dass die Rohrerin im Herbst Regierungsrätin wird, stehen gut. Und damit stellt sich die Frage, wer ihren Sitz im Stadtrat Aarau erben könnte. Die SP steht vor einer Reihe von heiklen personellen Entscheiden. Letztlich geht es auch darum, mit wem sie im Herbst 2021 den FDP-Stadtpräsidenten Hanspeter Hilfiker angreifen will.

Als Erstes braucht die SP eine neue Parteispitze

Klar ist: Als Erstes müssen die Genossen am Mittwoch, 25. März, ein neues Parteipräsidium wählen. Die Co-Präsidenten Leona Klopfenstein und Laszlo Etesi haben im Januar überraschend nach nur zwei Jahren den Rücktritt erklärt. Die Personaldecke der Partei ist vergleichsweise gering – weil sie in den letzten Jahren so erfolgreich war.

Gabriela Suter ist nach Bern (Nationalrat) entschwoben und aktuelle SP-Kantonalparteipräsidentin. Lelia Hunziker und Silvia Dell’Aquila sind in den Grossrat nachgerutscht. Letztere dürfte in der Stadtpartei wohl kaum mehr für ein Amt in Frage kommen, hat sie viel Genossen doch bei den Stadtratswahlen 2017 als wilde Kandidatin verärgert.

Die – sollte es so weit kommen – Nachfolgerin von Franziska Graf müsste wohl wieder eine Frau sein. Der faktische Frauen-Zwang könnte der SP nur erspart werden, wenn gleichzeitig mit Graf der Stadtrat der Grünen zurücktreten würde. Doch ob das Hanspeter Thür tun wird? Jedenfalls scheint es ihm im Amt gut zu gefallen. Und klar ist: Die Grünen hätten durchaus valable Kandidatinnen.

Bei der SP drängt sich niemand auf: Von der älteren Generation fallen etwa die Namen der Einwohnerrätinnen Andrea Dörig (aktuelle Fraktionspräsidentin) oder Eva Schaffner (war schon Vizepräsidentin der SP-Kantonalpartei). Letztere ist allerdings nicht immer ganz linientreu. Bei den Jüngeren könnte etwa Einwohnerrätin Anja Kaufmann (ehemalige AZ-Kolumnistin) zum Thema werden.

Noch kein Kampfkandidat gegen Hilfiker in Sicht

Das Problem der SP: Sie benötigt mittelfristig dringend jemanden, mit dem sie gegen den freisinnigen Stadtpräsidenten Hanspeter Hilfiker antreten kann. Es wäre für die Genossen eine Bankrotterklärung, wenn sie nicht antreten würden. Ihr zweiter Stadtrat Daniel Siegenthaler fällt ausser Betracht. Er hat 2017 bereits gegen Hilfiker verloren, als es um die Nachfolge von Jolanda Urech (SP) ging. Im Moment ist nicht ersichtlich, wer aus den Reihen der Sozialdemokraten einen Wahlkampf gegen Hilfiker gewinnen könnte.

Es ist Zeit für Diskussionen und Spekulationen. Wenig Neues ist am 10. März zu erwarten. Dann nominiert die SP des Bezirks Aarau ihre Grossratskandidaten. Alle ihre vier Bisherigen treten wieder an (Jürg Knuchel, Marco Hardmeier, Lelia Hunziker und Silvia Dell’Aquila).

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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