Aarau
Die Skilager bereiten sich mit Grosseinkäufen auf die Raubtierfütterung vor

In diesen Tagen fahren Hunderte Kinder ins Skilager, da muss auch die Küche gerüstet sein. Der Grosseinkauf findet noch im Unterland statt. Pasta ist bei den Schülern besonders beliebt – nur nicht mit Pesto. Diese zerstört Lager-Flirts.

Katja Schlegel (Text)und Sandra Ardizzone (Fotos)
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Ohne Leiter geht bei diesen Riesenregalen und Riesenpackungen nichts
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Ohne Einkaufsliste wäre das Team verloren
Diskussionen am Salatsaucenregal
Nadja Loretan und Christoph Eckert sammeln
Der Einkauf wird gleich in Schachteln verpackt
Die Küchencrews der Aargauer Skilager bereiten sich auf das Lager vor.
Claudia Welte, Christoph Eckert und Nadja Loretan gehen ein letztes Mal die Liste durch
Claudia Welte berappt den Einkauf
Den beladenen Wagen zu manövrieren ist ein Kraftakt

Ohne Leiter geht bei diesen Riesenregalen und Riesenpackungen nichts

Andra Ardizzone

Wenn da bloss nichts runterfällt, zerschellt, ausläuft. Der Wagen ist so dicht mit Schachteln, Säcken, Büchsen und Gläsern beladen, dass nach dem Schieben die Muskeln in Unterarmen und Bauch ziehen.

Das Ding ist quasi manövrierunfähig, ein Unfall vorprogrammiert. «Es wäre nicht das erste Mal», sagt Christoph Eckert und grinst. Beim letzten Mal wars eine Flasche Öl, die auf den Boden klatschte.

Es ist kurz vor 19 Uhr, werktags im TopCC in Hendschiken. Aus den Lautsprechern plätschern eingängige Melodien, irgendwo schnurrt ein Stapler um eine Kurve. Es herrscht eine für Einkaufszentren ungewohnte Ruhe. Die Gänge zwischen den Regalen sind praktisch menschenleer.

Budget von rund 5000 Franken

Freie Bahn also für Christoph Eckert und seine beiden «Assistentinnen» Nadja Loretan und Claudia Welte. Sie sind dafür zuständig, dass kommende Woche im Schneesportlager der Bezirksschule Aarau in Mürren die 40 Teenager und ein Dutzend Leiter nicht Hunger leiden und kraftlos im Stemmbogen über die Piste kurven.

Da muss einiges an Essbarem mit. So viel, dass es die kleinen Läden im kleinen Ort im Berner Oberland an ihre Grenzen brächte, würde die Küchencrew alles da kaufen wollen. Deshalb werden nur Fleisch, Brot, Käse, Gemüse und Früchte in der Höhe bestellt. Was nicht kühl gelagert werden muss, wird im Unterland gekauft.

Die Einkaufsliste ist lang: kiloweise Teigwaren beispielsweise, Pelati, Saucenrahm, Süssmais, Trockenreis, Früchte-Cocktail, Silberzwiebeli, Weizenfladen, Toblerone, Salatsauce, Ananasscheiben, Currypaste und Kokosmilch, Vanillecrème und Corn-Flakes – alles en gros. Riesensäcke, Riesendosen, Riesenflaschen.

Lieber etwas zu viel, als zu wenig. Das Budget fürs Essen liegt zwischen 4000 und 5000 Franken.

Pasta ist der Liebling aller Schüler

Nebst den Lagerklassikern wie Pasta, Riz Casimir und Älplermagronen mit Apfelmus stehen auch Thai-Curry und Fajitas mit Chili con Carne auf dem Menüplan. Das scheint doch etwas gewagt, oder? Loretan schüttelt den Kopf. «Unsere Lagerkinder sind nicht heikel.

Nur mit Polenta können wir sie jagen.» Der absolute Renner sei Pasta, da könne man nichts falsch machen. Egal ob mit Tomatensauce, Bolognese oder Cinque P.

Bloss von der Pesto-Sauce brauche es jeweils nicht so viel, sagt Loretan, lacht und steckt zwei kleine Gläschen in den Wagen. Schon klar, zu einem Skilager mit 14- bis 16-Jährigen gehört auch ein Flirt, und da kommt Pesto nicht so gut an.

Nach über einer Stunde neigt sich die Einkaufstour dem Ende zu. Gut so, der Wagen könnte vollgepackter nicht sein. «Und alles, ohne etwas kaputt zu machen», freut sich Christoph Eckert. Während Welte und Loretan an der Kasse stehen, sucht Eckert noch nach Fackeln. Plötzlich scheppert und kesselt es in einem der Gänge. «Christoph?!?», rufen beide Frauen entgeistert.

Christoph Eckert biegt kopfschüttelnd ums Regal. Er wars nicht, sondern ein Angestellter, der einen Stapel Harassen umgeschmissen hat.