Aarau

Die Sanierung der Vorderen Vorstadt lässt auf sich warten

Die Vordere Vorstadt führt vom Oberturm bis zum Regierungsgebäude. Sie ist in einem schlechten Zustand. AZ/Archiv

Die Vordere Vorstadt führt vom Oberturm bis zum Regierungsgebäude. Sie ist in einem schlechten Zustand. AZ/Archiv

1,76 Millionen Franken kostet die Umgestaltung der Vorderen Vorstadt in Aarau. Sie beinhaltet eine schmalere Fahrbahn und mehr Platz für Fussgänger, eine angepasstes Entwässerungssysytem – und keine Pflastersteine mehr. Dcoh es wird wohl 2019, bis hier die Baumaschinen auffahren können.

In der Vorderen Vorstadt, so sagte Modegeschäft-Inhaber Markus von Däniken im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» vom 24. Februar, warte man schon seit Jahren auf eine Umgestaltung. Auf ein gutes Verkehrskonzept und «Begegnungszonen, in denen sich der Konsument wohlfühlt».

Eine solche Begegnungszone will der Stadtrat eigentlich schaffen – respektive die bestehende Zone beim Graben und der Altstadt bis in die Vordere Vorstadt erweitern. Im August letzten Jahres legte er dem Einwohnerrat den entsprechenden Kreditantrag vor. Für insgesamt 1,76 Mio. Franken sollen das Entwässerungssystem angepasst und die Strasse komplett umgestaltet werden. Schmalere Fahrbahn, dafür breitere Fussgängerwege, auf denen auch Aussennutzungen möglich sind. Asphalt statt der heutigen Bsetzisteine. Und Tempo 20, wie schon am Graben und in der Altstadt. Der Kredit wurde, nach einiger Diskussion um Ästhetik und Kosten von Pflastersteinen, durch das Parlament genehmigt.

Bau war für 2018 geplant

Im Idealfall hätten diesen Frühsommer die fünf bis sechs Monate dauernden Bauarbeiten starten sollen. So war es in der Einwohnerratsbotschaft vermerkt. Doch daraus wird nichts; die Neugestaltung verzögert sich. Grund dafür ist ein Zusatzantrag, den der Einwohnerrat bei der Baukredit-Beschlussfassung gutgeheissen hatte. Es geht um den Hochwasserschutz.

In der Ratsbotschaft ist festgehalten, dass vom Stadtbach, der unter der Vorderen Vorstadt fliesst, gemäss kantonaler Gefahrenkarte eine geringe bis mittlere Gefährdung der Innenstadt ausgeht. Zur Entlastung der Hochwassersituation müsste die Kapazität des Stadtbachs in der Oberen Vorstadt und in der Vorderen Vorstadt erweitert werden. Es bestünde die Möglichkeit, zwei unterirdische Engstellen, die den Durchfluss bei einem Hochwasser behindern könnten, im Rahmen des Projekts zu beseitigen.

«Der Stadtrat erachtet die Hochwassergefahr als nicht derart gravierend und verzichtet aus Kostengründen auf den Ausbau des Stadtbachs in der Vorderen Vorstadt mit der anstehenden Strassen- und Werkleitungssanierung», heisst es in der Einwohnerratsbotschaft. Das Parlament sah es anders: Mittels Zusatzantrag beauftragte es den Stadtrat, den Hochwasserschutz genauer zu überprüfen.

Im Juni nochmal vors Parlament

Wie Lukas Rauchenstein, Projektleiter bei der städtischen Sektion Tiefbau, sagt, wurden mittlerweile mögliche Hochwasserschutz-Massnahmen konzeptionell erarbeitet. «Basierend auf den hydraulischen Berechnungen und den Massnahmenvorschlägen wird nun die beste Variante in Abstimmung mit der Sanierung der Vorderen Vorstadt gesucht.» Da das Strassensanierungs- und das Hochwasserschutzprojekt gemeinsam ausgeführt werden sollen, ergibt sich deshalb eine Verzögerung.

Dem Einwohnerrat wird voraussichtlich an der Juni- oder an der August-Sitzung das Hochwasserschutz-Projekt vorgelegt. Nach der Beschlussfassung über die Hochwasserschutzmassnahmen wird das Gesamtprojekt öffentlich aufgelegt. Und da sich schon im Vorfeld einzelne Liegenschaftseigentümer an der Vorderen Vorstadt wenig begeistert von den Umgestaltungsplänen gezeigt hatten – unter anderem wegen der wegfallenden Parkplätze –, ist es gut möglich, dass das Bewilligungsverfahren nicht reibungslos über die Bühne gehen wird. Es wird also wohl 2019 werden, bis mit der Umgestaltung der Vorderen Vorstadt begonnen werden kann.

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