Aarau

Die Remise am Schlossplatz wird zur Visitenkarte

Die renovierte Remise mit dem grossen goldenen Ring. Hermann raubeR

Die renovierte Remise mit dem grossen goldenen Ring. Hermann raubeR

Die Stadt restaurierte für 400000 Franken auf dem Schlossplatz eine Remise aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Stadt Aarau ist damit um ein Bijou reicher.

«Die Grösse allein ist nicht massgebend für die Bedeutung eines Gebäudes», betonte Stadtammann Marcel Guignard an der Einweihung der sanft renovierten Remise vor dem Haus zum Schlossgarten. Die Ortsbürgergemeinde Aarau liess sich das äusserliche Facelifting und die Neugestaltung der Innenräume des einstigen Wirtschaftsgebäudes immerhin 400 000 Franken kosten.

Die Remise soll, so Guignard, wahrnehmbare «Visitenkarte» für das Forum Schlossplatz werden und damit ein Teil der nach und nach entstehenden «Kulturmeile» im Umfeld des KUK und des erweiterten Stadtmuseums Schlössli.

Früher Arbeit, heute Kultur

Der Schlossplatz, so der Historiker Dominik Sauerländer, sei allerdings in früheren Zeiten ein Ort der Arbeit und nicht der Muse gewesen. So diente die Remise, die wohl erst 1808, also nach der Zeit der Helvetik entstanden ist, als Holzlager und Waschhaus. Die Anlage wurde durch einen Gartenschopf erweitert, der für die Pflege des damals weit umfassenderen Schlossparks diente.

Der gesamte Infrastrukturkomplex lag am Neben- oder Dienstboteneingang, der herrschaftliche Zutritt zur Villa erfolgte über die Laurenzenvorstadt, ganz im Gegensatz zu heute.

Der Remisen-Charakter blieb bei der Sanierung laut Stadtoberförster Christoph Fischer, dem Präsidenten der Baukommission, erhalten. Dank dem Konzept von Architekt George Pfiffner verfügt das Haus jetzt aber im Obergeschoss über einen neuen Atelierraum, der für schulische Zwecke, für Lesungen oder Sitzungen offen steht.

Ein goldener Ring fällt auf

Im Fokus der Zaungäste an der Einweihung stand der grosse vergoldete Ring. Das Kunstwerk von Otto Grimm soll an den ursprünglichen Zweck, etwa an das Anbinden von Pferden oder Gerätschaften, dienen, darüber hinaus aber auch Besucherinnen und Besucher des Forums Schlossplatz in die Aura des ersten Bundeshauses 1798 «einbinden».

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