Aarau
Die regionale SVP will wenigstens ein Zeichen setzen

Die hohen Kosten für die Erweiterung der Schulanlage im Gönhard ärgern die SVP. Zu Fall bringen will sie sie am Montag im Einwohnerrat trotzdem nicht.

Ueli Wild
Merken
Drucken
Teilen
Visualisierung des geplanten Neubaus Primarschule/Kindergarten Gönhard zvg

Visualisierung des geplanten Neubaus Primarschule/Kindergarten Gönhard zvg

zvg

Die Erweiterung der Primarschule und des Kindergartens Gönhard kostet voraussichtlich 1,4 Millionen Franken mehr als ursprünglich geplant. Die Notwendigkeit der Erweiterung, die den Veränderungen im aargauischen Schulsystem und dem überproportionalen Zuwachs an Kindern in Aarau Rechnung trägt, bestreitet niemand. Die Kostenentwicklung wird vielerorts aber als unschön empfunden. Am nächsten Montag steht die Vorlage im Mittelpunkt der Einwohnerratssitzung.

Bekannt ist, dass sich die SVP mit dem Geschäft schwertut. Es handle sich unbestrittenermassen um ein Kerngeschäft, räumt Fraktionspräsidentin Susanne Heuberger ein. «Aber wir sind absolut nicht erfreut.» Die Fraktion habe hart gerungen, lässt die Präsidentin durchblicken. Offenbar hätten die Fachleute zu Beginn «elementare Dinge vergessen». Tatsächlich musste der Stadtrat in seiner Botschaft einräumen, dass anfänglich «wesentliche Kostenfaktoren ausgeblendet» wurden.

Zu hohe Standards

Dass solche Projekte im Verlaufe der Zeit teurer würden, sagt Susanne Heuberger, habe ja fast ein wenig System. Aber eine Abweichung von 24 Prozent nach oben sei schon sehr viel. Eine Quelle des Übels ortet Heuberger in den, wie sie sagt, «in der Regel sehr grosszügig definierten Standards» beispielsweise im energietechnischen Bereich, die in Aarau für solche Projekte gelten würden. Diese Standards seien «zu hinterfragen und nach unten zu korrigieren».

Für Heuberger ist klar: So etwas wie diese Vorlage dürfe im Einwohnerrat nicht einfach so durchgewinkt werden. Statt immer nur die Faust im Sack zu machen, gelte es, ein Zeichen zu setzen. Gefährden mag die SVP die Vorlage jedoch trotz allem nicht. Die Fraktion werde keinen Rückweisungsantrag stellen, sagt deren Präsidentin. «Ein solcher wäre auch nicht erfolgversprechend.» Sicher aber werde die SVP keine allfälligen Zusatzanträge unterstützen, die noch mehr in die Vorlage packen möchten. Und es werde Nein-Stimmen und Enthaltungen geben. «Ginge die Vorlage ohne Gegenstimmen durch», so die SVP-Fraktionspräsidentin, «wäre dies ein falsches Signal gegenüber der Bevölkerung.»

Volk hat das letzte Wort

Der Einwohnerrat kann am Montag nicht abschliessend befinden. Mit 7,2 Mio. Franken liegt der Baukredit deutlich über der 6-Millionen-Grenze, ab welcher ein Projekt zwingend an die Urne kommt. Vorgesehen ist, dass das Volk am 27. November über den Kredit befindet. Der Baubeginn ist für Herbst 2017 und der Bezug des Erweiterungsbaus für Herbst 2018 geplant. Der aus den Achtzigerjahren stammende Kindergarten II muss dem Erweiterungsbau weichen. Das im 2014/2015 durchgeführten Wettbewerb siegreiche Projekt «Iris» stammt vom Oltner Architektenkollektiv Team Werk 1 Architekten und Planer AG und vom Landschaftsarchitekten Luzius Saurer aus Hinterkappelen.