Bedürfnisse und Anliegen wollten sie keine unterbringen, sagte Marcel Rüetschi, Inhaber der Firma Stanzwerk, den Vertretern des Kantons gleich zu Beginn der Führung durch den Betrieb. «Mit den Dienstleistungen des Kantons sind wir zufrieden.» Sorgen und Probleme bereiten dem Unterentfelder Familienunternehmen hingegen das aktuelle wirtschaftliche Umfeld. «Beim 40-Jahr-Jubiläum vor elf Jahren hatten wir volle Auftragsbücher», sagte Rüetschi.

Noch im Frühjahr 2008 weihte die Stanzwerk ein neues Fabrikgebäude ein. Dann hat die Weltwirtschaftskrise die Firma stark getroffen. 2009 brach der Umsatz ein. Dieser hat sich inzwischen erholt, die Situation sei aber weiterhin angespannt. «Von den asiatischen Ländern kommen noch Aufträge. Nur: Wie lange noch?»

Firma bleibt in Unterentfelden

Aus Asien kommen indes nicht nur Aufträge, von dort komme zunehmend auch Konkurrenz. Aus Angst, dass wichtige Informationen ins Internet und damit zu Firmenrivalen gelangen könnten, durfte die az gewisse Dinge in der Fabrik nicht fotografieren. Ob die Stanzwerk sich schon überlegt habe, ihre Produktion – wie einige andere Schweizer Firmen – ins Ausland auszulagern, wollte Regierungsrat Urs Hofmann wissen.

Beat Fawer, operativer Leiter der Stanzwerk: «Wir spüren einen Druck unserer globalen Kunden, zu ihren Produktionsstätten in China oder Mexiko umzuziehen.» Die Firma halte jedoch am Standort Unterentfelden fest. «Dafür müssen wir der Konkurrenz aber stets um eine Nasenlänge voraus sein», sagte er. Rund 300 Mitarbeiter beschäftigt die Stanzwerk. 2011 betrug der Umsatz 112 Millionen Franken.

«Ist es schwierig, qualifizierte Arbeitnehmer zu finden?», fragte Regierungsrat Hofmann. In gewissen Bereichen hätte die Firma grosse Mühe, geeignete Personen zu finden, so Fawer. «Die Jungen, die wir hier ausbilden, werden zudem von anderen Firmen umworben.» Der Anteil ausländischer Arbeitnehmer sei mit über 60 Prozent sehr hoch.