Aarau

Die Plastik-Rakete dieser Tüftler fliegt 140 Meter weit

Tüftler Elias mit den Assistenten Abele und Roman (v.l.) simuliert den Start seiner PET-Rakete

Tüftler Elias mit den Assistenten Abele und Roman (v.l.) simuliert den Start seiner PET-Rakete

Drei Aarauer Bezirksschüler erreichten mit ihrer PET-Rakete den 3. Rang am Tüftelwettbewerb. Dabei haben sie sich weder im Physikunterricht noch im Werken mit Raketen befasst.

Elias Meierhofer ist ein Tüftler. Seine selbst gebastelte PET-Rakete flog über 138 Meter weit. Damit belegte er gemeinsam mit seinen Kollegen, Abele Marchese und Roman Stadler, den 3. Platz am Tüftelwettbewerb im bernischen Burgdorf.

Der jährliche Wettbewerb richtet sich an Schüler, die gerne basteln. Dieses Jahr war eine Rakete gefragt, die aus einer maximal 2 Liter grossen PET-Flasche bestehen sollte. Der az Aargauer Zeitung zeigen die 14-jährigen Bezler, wie ihre Rakete funktioniert.

Wasser und Luft als Antrieb

Etwas mehr als bis zur Hälfte füllt Elias Meierhofer die PET-Flasche mit Wasser und schraubt sie an die Startrampe. Mit einer Velopumpe, die Abele Marchese bedient, wird Druck in der Flasche aufgebaut. «Zehn Bar. Mehr nicht. Sonst verjagt es die Flasche», sagt Elias. Selbst sei ihm das zwar nie passiert. Aber am Wettbewerb musste ein Kandidat ausscheiden, weil er einmal zu viel gepumpt habe. «Es hat geknallt. Die Rakete war futsch und der Teilnehmer hatte keinen Ersatz dabei.»

Am Rand des Sportplatzes im Aarauer Zelgli sammeln sich jüngere Schulkollegen, um zu schauen, wie die Rakete loszischt. «Ihr müsst mindestens 20 Meter Abstand halten», warnt Elias. Dann zieht er die gelbe Schnur, welche die Flasche von der Rampe löst. Durch den angestauten Druck in der Flasche drängt die Luft das Wasser über das Ventil nach aussen. Das gibt der Rakete Schub. Und schon pfeift sie in hohem Bogen über den Sportplatz - bis sie auf der anderen Seite ins Gitter kracht.

Die Erstbezler jagen der Rakete hinterher. Abele und Roman grinsen. Nur Elias ärgert sich: «Ich hab doch gesagt, wir sollen nicht so viel Bar hineinpumpen. Jetzt ist wieder eine Spitze kaputt.» Es war die neunte.

Einem Japaner nachgebaut

Weder im Physikunterricht noch im Werken haben die Buben sich je mit Raketen befasst. Recherchiert hat Elias im Internet: «Ich habe einfach gesucht und irgendwann einen Japaner gefunden, der eine Rakete aus einer Flasche hergestellt hatte. Mit dem Bild als Vorlage habe ich sie nachgebaut.»

Dann pröbelte er herum. «Von drei wechselten wir auf vier Raketenflügel.» Das hintere Teil hat er begradigt und die Rampe im Winkel angepasst. «Beim ersten Versuch flog die Rakete etwa 84 Meter weit.» Werklehrer Peter Roschi gab seinen Schülern den Tipp, lange Holzstäbe in die Rampe zu stecken: «Dadurch fliegt die Rakete kontrollierter.»

Ohne fremde Hilfe gebaut

Als die PET-Flasche bei der Qualifikation in Burgdorf 140 Meter weit kam, war aber auch der Erbauer erstaunt: «Ich hätte nicht gedacht, dass sie so weit fliegen kann.»
Die Freude wurde getrübt, weil andere Schüler nicht alles selbst gebaut hatten, wie Elias sagt. Werklehrer Roschi bestätigt: «Meistens haben die Lehrer oder die Eltern mehr als nur mitgeholfen.» Das sei aber natürlich nicht der Sinn des Wettbewerbs, der ausschliesslich für Schüler ist.

Elias freut sich umso mehr über seine eigene Erfindung: «Wir waren die Einzigen mit dieser Rampe. Alle anderen hatten eine andere und meinten, unsere funktioniere nicht.»

Bereits einmal Tüftler des Jahres

Schon letztes Jahr tüftelte Elias für den Wettbewerb. «Mit meiner Kugelibahn gewann ich den ersten Preis, einen Besuch im Technorama.» Dieses Jahr erhielt er den gleichen Preis, nächstes Jahr will Elias wieder dabei sein. «Aber die sollten sich mal einen neuen Preis ausdenken», sagt er.

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