Aarau
Die Philatelisten erobern die Stadt der Glocken

Die nationale Briefmarkenausstellung «aarphila 13» in Aarau ist eröffnet. Sie ist nicht nur ein Magnet für fachkundige Sammler, sondern auch für Familien und Jugendliche.

Hubert Keller
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Fachsimpeln unter Experten: Über hundert Aussteller aus dem ganzen Land zeigen im Kultur- und Kongresshaus ihre Preziosen. Kel

Fachsimpeln unter Experten: Über hundert Aussteller aus dem ganzen Land zeigen im Kultur- und Kongresshaus ihre Preziosen. Kel

Kel

Die wohl berühmteste Briefmarke der Schweiz, das «Basler Dybli» von 1843, ist gleich am Eingang zu bestaunen, daneben die «One Penny Black», die so heisst, weil der Wert der Marke einen Penny beträgt und sie mit schwarzer Farbe gedruckt wurde, wie OK-Mitglied Hermann Rauber erklärt. Sie ist, 1840 entworfen, weltweit die erste Briefmarke überhaupt.

Nicht gar so alt, aber immerhin 125 Jahre, ist der Verein für Briefmarkenkunde Aarau, der mit der nationalen Briefmarkenausstellung «aarphila 13» im Kultur- und Kongresshaus an diesem Wochenende sein Jubiläum feiert.

Gefeiert hat auch der im OK für die Finanzen zuständige Rudolf Geissler, dem unter der Direktion von Carina Ammon von der Schweizer Post «Happy Birthday» gesungen wurde. Sein Alter wurde nicht verraten. Immerhin scheint er noch von den Jüngeren zu sein. Denn die Briefmärkeler, dies räumt auch der pensionierte AZ-Stadtredaktor Rauber ein, sind etwas in die Jahre gekommen.

Sieben Schulklassen entwarfen ein Sujet

Umso mehr gelten die Anstrengungen auch an der «aarphila 13» der Jugend: Auf dem Programm steht unter anderem ein Team-Wettbewerb, an dem ein Erwachsener und ein Kind den Aargau mit Briefmarken-Motiven erkunden. Sieben Schulklassen haben ein eigenes Markensujet zur Stadt Aarau entworfen. Eine Spielwerkstatt lockt mit dem Motto: «Motive motivieren».

Dank der thematischen Philatelie ist die «aarphila 13» nicht nur für zünftige Sammler, sondern auch für Laien (wie den Schreibenden) interessant. Die Motiv-Ausgaben reichen von der Landesausstellung 1939, der Gotthardbahn bis zur Geologie. Eine Sammlerin hat sich auf Motive rund ums Essen spezialisiert: Der Zapfenzieher ist das Motiv einer Briefmarke aus Israel, der Sparschäler einer Marke aus Helvetien.

Ganze Arbeit geleistet

OK-Präsident Hans Hochuli, der den philatelistischen Grossanlass zusammen mit einem zehnköpfigen Team sorgfältig organisiert hat, sieht sich belohnt: Mit mehr als 100 Exponaten aus dem ganzen Land seien seine Erwartungen übertroffen worden, sagte er. Ihm und dem OK dankten Stadtrat Michael Ganz und Jean-Marc Seydoux, Zentralpräsident der Schweizerischen Philatelistenvereine. An der Ausstellung sind Briefmarken nicht nur zu bewundern, sondern auch zu kaufen: An einer Börse und an der Sonderpoststelle.

Hier kann das aktuelle Objekt philatelistischer Begierde erworben werden, die Sondermarke, die als Wertzeichen zu 85 Rappen eine Glocke zeigt, umrahmt von einem Glockengiesser und der Aarauer Stadtansicht.

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