Kölliken
Die Organisatoren der Feldtage fordern mehr einheimische Nahrungsmittel

Nächste Woche finden in Kölliken zum zweiten Mal die Feldtage statt – die grösste Pflanzenbauveranstaltung der Schweiz. Ein Feldversuch auf 14 Hektar Anbaufläche soll zur Ernährungssicherheit beitragen.

Bastian Heiniger
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Hans Hirschi organisiert die Feldtage. Zum zweiten Mal finden diese in Kölliken statt. Erwartet werden 6000 Besucher.

Hans Hirschi organisiert die Feldtage. Zum zweiten Mal finden diese in Kölliken statt. Erwartet werden 6000 Besucher.

Bastian Heiniger

Landwirtschaftliche Anbauflächen gehen mehr und mehr zurück. Als Folge davon steigen die Nahrungsmittelimporte. Mit der Initiative «für Ernährungssicherheit» wollen der Bauernverband und die SVP die einheimische Lebensmittelproduktion stärken. Doch wie kann die Versorgung mit inländischem Getreide, Gemüse und Futter konkret verbessert werden?

Das ist die zentrale Frage, welche die Agroline AG mit Feldversuchen in Kölliken klären will. Auf den Feldern neben dem Schwimmbad gedeihen derzeit die wichtigsten Nutzpflanzen: Darunter etwa Brotweizen, Gerste, Soja, Zuckerrüben, Raps, Mais und Kartoffeln. An den Feldtagen, vom 4. bis 6. Juni, können die Versuchspflanzungen besichtigt werden. «Die eigentlich grosse Arbeit folgt dann erst», sagt Hans Hirschi, der Organisator. Nach der Ausstellung werden die Erzeugnisse gewogen und im Labor ausgewertet.

Einwohner wunderten sich

Die Feldtage sind die grösste Pflanzenbauveranstaltung der Schweiz. Sie findet nach 2011 zum zweiten Mal in Kölliken statt. Alle drei Jahre präsentieren sich landwirtschaftliche Verbände und rund 40 Aussteller. Neben den Feldversuchen gibt es auch Referate und Vorführungen. Hirschi rechnet mit 6000 Besuchern. Beim letzten Mal hätten sich die Einwohner gewundert, als sie die Zeltstadt sahen und plötzlich so viele Landmaschinen in Kölliken auffuhren. Dieses Jahr will er jedoch nicht nur Fachleute ansprechen, sondern ein breites Publikum: Interessierte können etwa erfahren wie aus einer frisch geernteten Kartoffel Pommes frites entstehen oder was sich alles ohne übermässigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln anbauen lässt.

Vor allem aber will Hirschi Landwirte animieren, wieder vermehrt Nahrungsmittel selber herzustellen. «Wieso Soja aus Brasilien und Indien importieren, wenn er hierzulange ebenso produziert werden kann?», sagt er. Zudem reiche das inländische Futtergetreide gerade für ein halbes Jahr. Danach müsse es aus Europa und Nordamerika eingeführt werden. Unter welchen Bedingungen dieses hergestellt würde, sei dann nicht immer klar. Um den Selbstversorgungsgrad zu steigern, brauche es ein Umdenken, sagt Hirschi.

Er will den Bauern zeigen, dass sich hierzulande die Produktion von Nahrungsmitteln wirtschaftlich lohnt – auch unter Einhaltung des ökologischen Leistungsnachweises. Dafür sei indes die Wahl der richtigen Sorten und der optimale Einsatz an Hilfsstoffen entscheidend. Aufschluss darüber werden die Feldversuche geben. Spätestens Mitte August sollen die Resultate der Getreide und Rapsversuche vorliegen. Denn zu dieser Zeit wollen die Bauern ihr neues Saatgut bestellen.