Aarau
Die Marschmusik-Parade durch Aarau wurde vom Verband ausgebremst

Die Initiative für eine Marching-Parade in der Kantonshauptstadt scheiterte an mangelnder Unterstützung vom Aargauischen Musikverband. Begründet wird dies mit dem unverhältnismässig hohen Finanzaufwand.

Hermann Rauber
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Keine Parade in Aarau (Symbolbild/Archiv)

Keine Parade in Aarau (Symbolbild/Archiv)

Aargauer Zeitung

Die Idee war bestechend: Sechs Vereine aus dem Aargau wollten sich Ende Juni in Aarau an einer sommerlichen Marschmusik-Parade dem Publikum präsentieren. Damit hätte man gleichzeitig für die Belebung der Altstadt gesorgt und Werbung in eigener Sache gemacht. Nun ist die Realisierung gescheitert, nicht zuletzt wegen mangelnder Unterstützung durch den Aargauischen Musikverband (AMV).

Die Initiative für eine «Marching Parade» in der Kantonshauptstadt ging von den auf Marschmusik spezialisierten Vereinen aus, nämlich von den Musikgesellschaften aus Dottikon, Muhen, Asp und Unterentfelden. Als Partnerin konnte die Stadt Aarau gewonnen werden. Man einigte sich auf das Datum vom Freitag, 29. Juni, um 19.30 Uhr. Die Paradestrecke hätte vom Kirchplatz über die Kronengasse bis zum Schlossplatz geführt, also mitten durch den verkehrsberuhigten und neu gestalteten Aarauer Stadtkern.

Musikverband besann sich anders

Federführend für die Umsetzung war die MG Unterentfelden. Laut Präsident Beat Baumann waren die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten und die Suche nach Sponsoren erfolgreich gestartet. Der Aargauische Musikverband zeigte anfänglich Interesse an dieser Veranstaltung, besann sich dann offensichtlich aber anders.

Per Mail erhielten die Initianten um Beat Baumann eine Absage, die mit «unverhältnismässig hohem Finanzaufwand» begründet wurde. Als dann auch noch die Musikgesellschaft Muhen aus terminlichen Gründen zum Rückzug blies, warfen die Organisatoren enttäuscht das Handtuch. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass zusätzlich die Musikgesellschaft Schinznach-Dorf und das Jugendspiel Oftringen-Küngoldingen für einen Auftritt in Aarau Bereitschaft zeigten.

«Schade, dass der Verband die Chance verpasst hat, sich vorteilhaft in der Öffentlichkeit zu zeigen und für das Blasmusikwesen Propaganda zu machen», sagt der enttäuschte Beat Baumann, der den abschlägigen Entscheid bedauert. Die Unterentfelder sind überzeugt, dass sie die fehlenden 2000 Franken an Sponsorengeldern noch locker gemacht hätten.

Der AMV hat immerhin signalisiert, dass er im kommenden Jahr wieder eine kantonale Marschmusik-Parade ins Auge fassen will. Diese soll allerdings nicht wie bisher im Umfeld des MAG in Aarau, sondern bereits am 8. September 2013 stattfinden.