Küttigen
Die Leiche im Küttiger Immobilien-Keller wird saniert

Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung einen Kredit von 3,5 Millionen für die Erneuerung von Werkhof und Feuerwehrgebäude.

Hubert keller
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Der Werkhof genügt auch bezüglich Arbeitssicherheit und Umweltschutz nicht mehr heutigen Anforderungen.

Der Werkhof genügt auch bezüglich Arbeitssicherheit und Umweltschutz nicht mehr heutigen Anforderungen.

Pascal Meier

Am 3. Dezember befindet die Gemeindeversammlung Küttigen über einen Kredit in der Höhe von 3,5 Millionen Franken: Werkhof und Feuerwehrgebäude an der Staffeleggstrasse sollen erneuert und erweitert werden.

«Es handelt sich dabei um die Leiche im Keller des Immobilienportefeuilles unserer Gemeinde», meinte Gemeinderat Tobias Leuthard, als er am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle Dorf über das Projekt orientierte. Die Erneuerung des Mehrzweckgebäudes ist nämlich seit acht Jahren ein Thema, das immer wieder hinausgeschoben wurde. Vornehmlich aus finanziellen Gründen, aber auch weil die Zukunft der Feuerwehr – Eigenständigkeit oder Zusammenschluss mit Aarau – im Raum stand.

Die Informationsveranstaltung, an der rund 50 Personen teilnahmen, verlief ruhig. Die einzige heikle Frage stellte Gemeinderat Tobias Leuthard selber: Was ist, wenn die Feuerwehr Küttigen, wann auch immer, sich Aarau anschliesst? Sind dann die 3,5 Millionen in den Sand gesetzt? Die Antwort schob Leuthard auch gleich nach: Das Gebäude werde seinen Wert erhalten und wäre auch anderweitig, zum Beispiel für einen Gewerbebetrieb, gut nutzbar.

Doch so schnell dürfte es nicht zur Fusion der Feuerwehren kommen. Da hätten die Feuerwehrleute, die mit einem guten Dutzend vertreten waren, etwas dagegen. Zudem hat der Gemeinderat erst vor vier Jahren entschieden, dass die Feuerwehr Küttigen eigenständig bleiben soll. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass ein Zusammenschluss mit Aarau die Gemeinde Küttigen teurer käme.

Mehr Platz für den Werkhof

Nicht nur die Feuerwehr muss Fahrzeuge und Gerätschaften zweckmässig unterbringen können, auch der Werkhof hat Raumbedürfnisse. Dies hat eine Analyse bereits im Jahr 2010 ergeben. Zudem hat das Amt für Wirtschaft und Arbeit im Jahr 2013 «gravierende Mängel» festgestellt, wie Leuthard ausführte. Der Werkhof brauche nicht nur mehr Platz für den gewachsenen Personal-, Fahrzeug- und Materialbestand, sondern müsse auch die Anforderungen in den Bereichen Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit und Umweltschutz erfüllen.

Das Projekt habe zwar eine lange und ereignisreiche Vorgeschichte, räumte Leuthard ein, doch sei es angesichts des Zeitdrucks, der kniffligen Problemstellungen und der personellen Wechsel in Verwaltung und Behörde angemessen und zweckmässig.

Das Projekt des Küttiger Architekten Markus Affentranger verfolgt primär das Ziel, das Gebäude bezüglich Bautechnik, Energie, Statik und Erdbebensicherheit zu sanieren. Die Fassade und das Flachdach, das stark genug sein soll um eine Photovoltaikanlage tragen zu können, werden erneuert. Das Obergeschoss, in dem die Feuerwehr untergebracht ist, wird neu organisiert. Die breiteren und schwereren Fahrzeuge werden im Erweiterungsbau untergebracht. Kommandoraum, Arbeits- und Aufenthaltszone werden neu angeordnet.

Im Untergeschoss sieht das Raumkonzept für den Werkhof, der von der alten Staffeleggstrasse her zugänglich ist, auch drei kleine Kellerräume vor, die bei Bedarf von Vereinen genutzt werden können.

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