Am 12. Mai wird Punkt 9 Uhr in Küttigen die Badesaison eröffnet. Normalerweise ist das Wasser in der Vorsaison noch etwas kühl und wird darum erwärmt.

Doch die neue Solaranlage wärmte im letzten Jahr das Wasser nicht genug. So steht in einer Medienmitteilung der Gemeinde geschrieben: «Schon nach kurzer Zeit beschwerten sich Badegäste, da das ins Bad einströmende Wasser nicht, wie von der alten Anlage gewohnt, angenehm warm war.» Als erste Massnahme wurde deshalb die ganze Heizleistung fürs Badwasser verwendet und das Dusch- und Brauchwasser wieder mit Strom erwärmt. Dadurch erwärmte sich das Badewasser um rund ein Grad.

Rückblende: Im Mai 2011 wurde das Schwimmbad Wührimatt in Küttigen feierlich eröffnet. Es wurde für 870 000 Franken saniert. Besonderen Stolz erweckte die Solaranlage auf dem Dach der Garderobe. 90 Quadratmeter Sonnenkollektoren wurden nach der Sanierung in Betrieb genommen. So ging vor einem Jahr auch die Labelübergabe «Energiestadt Küttigen» in der Badi über die Bühne. Die Solaranlage war ein Zeichen für die Energieoptimierung in der Gemeinde.

Die Solaranlage auf der Garderobe.

Die Solaranlage auf der Garderobe.

Badwassser war im Mittel wärmer

Doch warum wurde das Wasser nicht genug erwärmt? War die Solaranlage etwa bereits kaputt? Rémy Monney, Küttigens Bauverwalter, beschwichtigt: «Die Solaranlage ist in einwandfreiem Zustand.» Primär werde mit der Anlage nur das Brauchwasser geheizt, mit der Restenergie werde noch das Badewasser erwärmt. Gemeindeschreiber Robert Rütimann sagt, diese Wirkung sei eher schwach gewesen. Eine Analyse habe allerdings gezeigt, dass das Badwasser im Sommer 2011 im Mittel sogar gar nicht kälter gewesen war als im Vorjahr.

Braucht es eine neue Anlage?

Die Solaranlage wurde im Winter 2011/2012 auf mögliche Schwachstellen überprüft. Daraufhin leitete die Gemeinde einige Massnahmen in die Wege. Eine zusätzliche Umwälzpumpe wurde eingebaut und der Plattentauscher, ein Gerät zur Wärmeübertragung, ersetzt. Damit soll die anfallende Restwärme besser ins Badebecken eingeführt werden.

Zudem werden die Duschen am Beckenrand mit temperiertem Wasser versorgt. Wer im Sommer vor dem Sprung ins Becken duscht, wird nicht mehr von eiskaltem Wasser überrascht. Und auch die separate Gebühr, die auf das Duschen mit warmem Wasser in der Garderobe erhoben wurde, wird abgeschafft.

In diesem Sommer wird nun geprüft, ob es notwendig wäre, die Badwassererwärmungsanlage zu erweitern. Ein definitiver Entscheid soll im Sommer/Herbst folgen. Sollte die Anlage erweitert werden, würden die Kosten 2013 in den Voranschlag aufgenommen werden. Doch Robert Rütimann weist darauf hin, dass Küttigen eine Energiestadt sei: «Eine allfällige neue Anlage müsste ökologisch effizient sein.»