Aarau
Die Kettenbrücke muss schon wieder geflickt werden

Der Aufleger der Brückenplatte ist defekt und muss repariert werden. Anwohner störten sich über den Lärm und reklamierten. Die Arbeiten an der Aarauer Kettenbrücke werden auch Auswirkungen auf den Verkehr haben.

Hubert keller
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Roberto Scappaticci: «Die Kettenbrücke ist ein Flickwerk, das uns jährlich 50000 Franken kostet.»

Roberto Scappaticci: «Die Kettenbrücke ist ein Flickwerk, das uns jährlich 50000 Franken kostet.»

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Lästiges Klopfen von der Kettenbrücke hatte Anwohner in den letzten Tagen den Schlaf geraubt. Einmal mehr wurde Roberto Scappaticci, Projektleiter Brücken und Tunnel beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, auf den Plan gerufen. Beim Aufleger der Brücke am rechtsufrigen Brückenkopf wurde in der Mitte der Fahrbahn der Belag entfernt, um der Ursache der Lärmemissionen auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis dieser Untersuchung: Die Stahlplatte beim Fahrbahnübergang, die mit dem Beton fest verbunden sein sollte, haftet nicht mehr. Mit jedem Auto, das darüber fährt, schlägt die Stahlplatte auf dem Beton auf, was die Anwohner wohl nicht nur nachts stört.

In den nächsten Tagen wird deshalb an der Kettenbrücke einmal mehr geflickt. Scappaticci rechnet je nach Ausmass des Schadens, dass der Verkehr eine bis drei Wochen lang einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden muss. Ein Verkehrsdienst wird dafür sorgen müssen, dass die Staus nicht zu lange werden.

Täglich passieren gegen 20 000 Fahrzeuge die Kettenbrücke. Darunter 465 Busse, deren Chauffeure und vor allem die Fahrgäste dankbar sein werden, wenn sie nicht zu lange aufgehalten werden.

Brückenkopf macht Sorgen

Roberto Scappaticci spricht bei der Kettenbrücke von einem Flickwerk. Der Belag muss immer wieder ausgebessert werden. Betonabplatzungen, Stahl, der korrodiert, Salzwasser, das in die Brückenkonstruktion dringt, die Schäden sind auch für Laien augenscheinlich. Scappaticci schätzt die durchschnittlichen jährlichen Reparaturkosten auf gegen 50 000 Franken.

Vor allem der Brückenkopf auf der Scheibenschachen-Seite bereitet ihm Sorgen. Die Brückenplatte sollte sich auf dem Lager bewegen können, die durch die Temperaturunterschiede bedingetn Ausdehnungen aufnehmen und ausgleichen, erklärt er. Das sei nur noch beschränkt der Fall.

Die Tragfähigkeit der Brücke sei nicht mehr hundertprozentig gewährleistet, sagt Scappaticci. Mit den provisorisch getroffenen Massnahmen bestehe jedoch keine Einsturzgefahr. Der Ersatz der Brücke – die Aarauerinnen und Aarauer stimmen am 28. September über das Neubauprojekt «Pont Neuf» ab – drängt.

Der Streit darüber, ob der Ersatz der Brückenplatte statt des 33 Millionen teuren Neubaus der Brücke inklusive Aareuferwege nicht auch genüge, beherrscht gegenwärtig die politische Diskussion in der Stadt. Brückenbauer Roberto Scappaticci will sich nicht in die Diskussion einmischen. «Aber», sagt er, «auf lange Sicht ist ein Neubau sicher die wirtschaftlichere Lösung.»