Latino-Community

Die Karibik liegt im Wynental – gleich neben dem Volg Gränichen

Karina Bussinger führt in Gränichen das «El Mercadito Caribe».

Karina Bussinger führt in Gränichen das «El Mercadito Caribe».

In Sachen dominikanische Produkte bietet das kleine Gränichen Zürich die Stirn.

Die Latino-Community in der Schweiz wächst, vor allem diejenige von Menschen aus der Dominikanischen Republik: In der Menge stehen sie landesweit auf Platz vier unter den einwandernden Latinos, nur hinter den viel grösseren Ländern Brasilien, Mexiko und Kolumbien. Proportional zu ihren rund 10 Millionen Einwohnern aber sind die Dominikaner heute mit Abstand die Nummer Eins. Im Aargau stellen sie mit rund 450 Personen die zweitgrösste Gemeinschaft aus Lateinamerika, nur Brasilianer gibt es mehr.

Seit gut eineinhalb Jahren gibt es im beschaulichen Gränichen nun einen kleinen dominikanischen Lebensmittelladen. Und der «El Mercadito Caribe» an der Mitteldorfstrasse dürfte weit und breit der einzige seiner Art sein. Geführt wird es von Karina Bussinger, die der Liebe wegen vor 16 Jahren in die Schweiz gezogen ist, und zwar ins Wynental. Nach einigen Jahren in Menziken wohnt sie seit nun acht Jahren mit ihrem Ehemann in Gränichen.

Als die Käserei neben dem Volg zu ging, beschloss sie, dort ihr Geschäft mit Produkten aus der Dominikanischen Republik und vereinzelt auch von anderen Ländern Lateinamerikas zu eröffnen. Und der Laden läuft gut, gar besser als erwartet, wie Karina Bussinger sagt. «Ich wusste gar nicht, dass es so viele Dominikaner gibt in der Region.»

Schweizer Käse nach dominikanischem Rezept

Am meisten verkauft werden Früchte und Gemüse: Kochbananen, Süsskartoffeln, violetter Mais oder Maniok-Wurzeln. Dinge, die man in üblichen Grossverteilern nicht findet. Maismehl, Maniokstärke, verschiedene Bohnensorten, Saucen, Kokosmilch, Kaffee und sogar grosse, dominikanische Würste gehören ebenfalls dazu. Es gibt Konfitüre aus Mango, Ananas, Guava oder Passionsfrucht und es gibt frischen Käse aus der Schweiz – aber gemacht nach dominikanischem Rezept. Dafür lassen sich bei den Getränken nebst dominikanischem Bier und viel Rum auch kleine Fläschchen Appenzeller finden.

Shampoos, Haarfarben und andere Kosmetikartikel gehören auch zum Sortiment, dazu Santeria-Kerzen und sogar dominikanische Putzmittel, darunter und einen Wischmopp, so wie man ihn in der Dominikanischen Republik erhält. Selbst Geschäftsführerin Karina Bussinger muss dabei ein wenig lachen. Aber eine Nachfrage nach dem Wischmopp besteht tatsächlich.

Für diese und andere Produkte blieb den Latinos der Region früher nur die Fahrt nach Zürich. Samstags gibt es für sie in Gränichen nun sogar einen kleinen Treffpunkt: Dann kocht Karina Bussinger ein dominikanisches Mittagsbuffet, das man zum Mitnehmen haben oder auf den kleinen Tischen im Raum neben dem Laden geniessen kann.

Die meisten Kunden seien natürlich Dominikaner, hie und da schauen auch Kolumbianer vorbei, wie Karina Bussinger sagt, und vereinzelt verlieren auch immer mehr Schweizer erste Hemmungen und gehen in ihrem Laden auf karibische Entdeckungsfahrt – das «El Mercadito Caribe» als vielleicht ideale Ergänzung zum urschweizerischen Volg im Eingang nebenan.

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