Aarau
Die Jungen strömen in die Stadt – die Alten sind schon da

Nördlich der Aare ist die Geburtenrate in Aarau am höchsten. In der Altstadt gibt es viele Wohnungswechsel. Die Zuzüger kommen wegen der guten Anbindung an den Verkehr nach Aarau. Das zeigt die zweite Analyse der Stadtbefragung.

Sabine Kuster
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Matchentscheidend für Zuzüger in Aarau ist die gute Verkehrslage. HO

Matchentscheidend für Zuzüger in Aarau ist die gute Verkehrslage. HO

Die städtische Bevölkerungsbefragung vom Mai 2013 ist ein Fundus an spannenden Details über die Aarauerinnen und Aarauer. Nachdem die az gestern über die Ergebnisse zur Zufriedenheit berichtete, liegt diesmal der Fokus auf der Bevölkerungsstruktur und den Zuzügern.

Typisch urbane Stadt

Aarau hat die Struktur einer typisch urbanen Bevölkerung. Das heisst: Im Vergleich mit der gesamten Schweiz leben hier etwas mehr über 80-Jährige (vor allem Frauen) und deutlich mehr 20- bis 40-Jährige. Dafür sind die 50-Jährigen untervertreten und auch die 4- bis 19-Jährigen.

Das Manko an Kindern ist im Bereich der unter 10-Jährigen aber klein. Die Stadtverwaltung hat recherchiert, dass seit dem Jahr 2008 mehr Kinder zur Welt kamen als davor: 2003 bis 2007 gab es jeweils rund 135 Babys in Aarau, nun sind es rund 170. Dabei ist die Geburtsrate im Stadtteil Aare Nord am höchsten (1,25 %), im Zentrum und im Bahnhof Südost (Gönhard/Goldern/Torfeld) am tiefsten (0,8 %).

Der Anteil der Haushalte mit Kindern beträgt in der Stadt 18 Prozent. Wenig überraschend gibt es im Stadtteil Bahnhof Südwest (Zelgli) und auch in Rohr mehr Familien – im Zentrum am wenigsten. Das Zentrum unterscheidet sich deutlich von allen anderen Quartieren: Die Haushalte sind kleiner, Familien und über 64-Jährige untervertreten.

Die Zuzüger sind jung

Das sind also die Verhältnisse, welche Zuzüger in Aarau antreffen. Die Zuzüger selber gruppieren sich ganz anders: Mehr als die Hälfte der neuen Haushalte ist unter 40 Jahre alt und lebt alleine oder zu zweit. Über 65-Jährige ziehen abgesehen vom Gebiet Bahnhof Süd (Gönhard, Zelgli) nahezu keine nach Aarau. Von den neuen Familien ziehen anteilsmässig am meisten in die Telli und in den Gönhard.

Und warum kommen diese Personen nach Aarau? Mit Abstand am häufigsten wurde der gute Anschluss an den Verkehr genannt. Halb so oft wurde als Grund das urbane Umfeld genannt. Auch die guten Einkaufsmöglichkeiten, Naherholungs- und Freizeitangebote sowie die grosse Kultur- und Ausgehpalette locken Zuzüger nach Aarau. Halb so wichtig ist offenbar die geringere Steuerbelastung. Noch weniger wurden die Arbeitsplätze und die Angebote für Familien genannt.

Generell lauten die Zuzugsgründe: Angebot und Umfeld. Zum Wegzug bewegen die Bewohner persönliche Gründe und die Wohnsituation beziehungsweise das Nicht-Finden einer besseren Wohnung. Dies gaben 50 von 153 befragten Wegzügern an. Zehn nannten den Freizeitlärm als Wegzugsgrund.

Die häufigsten Zu- und Wegzüge passieren im Zentrum, wo es viele 1- und 2-Zimmer-Wohnungen gibt. Die Stadt fasst in ihrem Bericht die Situation so zusammen: «Während die Zuzüger das Freizeitangebot hervorheben, schätzen die Einwohner Angebote für Kinder und Jugendliche als wichtiger ein.» Aber egal ob Neuzuzüger oder nicht: Die Einkaufsmöglichkeiten werden sehr geschätzt.