Aarau

Die Jugend ist doch politisch: 21-jähriger Aarauer an der UNO-Konferenz

In Aarau aufgewachsen, international aktiv: Laurin Reding war an der UNO-Konferenz in New York.Nina Amann

In Aarau aufgewachsen, international aktiv: Laurin Reding war an der UNO-Konferenz in New York.Nina Amann

Laurin Reding ist das beste Beispiel dafür, dass sich Jugendliche durchaus politisch interessieren und engagieren: Er war als UNO-Jugenddelegierter der Schweizer Delegation an der Frauenrechtskonferenz in New York.

Es heisst, die Jugendlichen in der Schweiz hätten an Politik wenig Interesse. Für den 21-jährigen Aarauer Laurin Reding stimmt dies ganz und gar nicht. Er hat als Mitglied der Schweizer Delegation an der «Kommission zum Status der Frau» der UNO in New York teilgenommen.

Laurin Reding ist Student der internationalen Beziehungen in Genf und UNO-Jugenddelegierter im «Youth Rep» Programm vom Eidgenössischen Departement des Äusseren (EDA) und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV).

Jedes Jahr werden in der Schweiz drei junge Menschen ausgewählt, um die Interessen der Jugendlichen auf internationaler Ebene zu vertreten. Reding ist dieses Jahr einer von ihnen.

«Wir sensibilisieren die Jugendlichen für die Aussenpolitik», erklärt Reding. Dazu gehören Schulbesuche und Veranstaltungen, an welchen die Arbeit der UNO vorgestellt wird und Jugendliche ihre eigenen Meinungen einbringen können: «Wir wollen in Erfahrung bringen, was Schweizer Jugendliche politisch interessiert.»

Vollwertiges Delegationsmitglied

Ausserdem dürfen die «Youth Reps» als Mitglieder der Schweizer Delegation an einer Konferenz der UNO teilnehmen. Reding reiste an die «Kommission zum Status der Frauen» nach New York. Und dies nicht nur als Zuschauer, sondern als vollwertiges Delegationsmitglied. «Ich durfte bei allen Prozessen mitarbeiten», erklärt er.

Als junger Mann an eine Konferenz über Frauenrechte? Für Reding nichts Aussergewöhnliches. «Das Thema ist gesamtgesellschaftlich und universell, es betrifft uns alle», sagt er.

Jugendliche wollen mitreden

Das Ziel der Konferenz war die Erarbeitung eines Schlussdokumentes, welches als Richtlinie für die «Verhinderung und Prävention aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen» in allen UNO-Mitgliedstaaten gelten soll. «Jeder einzelne Paragraf wird besprochen, bis alle 193 Mitgliedstaaten zustimmen können», sagt Reding. Am Anfang habe er sich nicht vorstellen können, dass ein Konsens überhaupt möglich ist.

Weil man letztes Jahr keinen Konsens gefunden habe und wegen der Ereignisse in Indien wollte die Konferenz unbedingt ein starkes Schlussdokument erarbeiten. In letzter Minute hätten dann alle Delegationen doch noch zugestimmt.

Reding ist überzeugt, dass sich die Jugendlichen in der Schweiz dafür interessieren, was in der Welt geschieht und sich gerne engagieren würden. «Es ist uns eben nicht egal, was die ältere Generation bestimmt, wir wollen mitreden und mitentscheiden können», sagt er bestimmt.

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