Aarau

Die Innensstadt von Aarau wurde zur Theaterbühne umfunktioniert

Den Einkaufsbummlern boten sich am Samstag in der Aarauer Innenstadt jonglierende Wortkünstler, theatralische Mimen und wimmernde Akrobaten.

Kinder bleiben mit grossen Augen zögernd stehen, Passanten mit schweren Einkaufstüten huschen mit gesenktem Kopf vorbei. Ein grosser, brauner Allerweltskoffer mit verdächtigem Inhalt steht mitten in der Pelzgasse. Während die einen in einen Hamburger beissen, wird vor ihrem Tisch ein Rüebli mit einem auf dem Kinn balanciertem Beil zerhackt. Was sich am Samstag in der Aarauer Innenstadt abspielte, war ein Spektakel der besonderen Art.

Am «Zwischenspiel» der Theatertage Aarau begeisterten 21 Künstler in 72 Aufführungen während acht Stunden die Einkaufsbummler und Restaurantbesucher. Die Darbietungen waren originell, einfallsreich und tiefgründig.

Stunts vor staunenden Kindern

So werden die Passanten beim Einkaufen im City Märt von Unnico und seinem Hund Spank mit improvisierten Stunts unterhalten. Kinder knien den beiden zu Füssen und können die Augen kaum mehr von dem zaubernden Akrobatikkünstler lassen. Als Unnicos südländische Musik verstummt, dröhnen plötzlich laute Bässe eines Hip-Hop-Songs aus der Igelweid. Dort hüpft ein englisch sprechender Venezolaner auf einem Einrad über Springseile und jongliert mit eierfarbigen Bällen.

Laut Donovan Wyrsch, Geschäftsführer der Theatertage Aarau, ist der Wiedereinstieg in die Strassentheater-Szene nach einem Jahr Pause gelungen: «Wir brachten eine Veranstaltung zustande, die auch Nicht-Theaterliebhaber zum Stehenbleiben und Zusehen animierte».

Seit dem Jahr 2012, den letzten Theatertagen Aarau, hat sich viel verändert. Sogar internationale Künstler hätten sich dieses Jahr für das Programm angemeldet. Dies sei auch eine Bereicherung für die regionalen Künstler, welche von solchen Beziehungen profitieren könnten, meint Wyrsch.

Keinen weiten Weg hatte die Aargauer Improtheatergruppe Hirschwahn. Die ehemaligen Schüler der Neuen Kantonsschule Aarau bringen das Publikum mit improvisierten Einfällen zum Lachen. So zum Beispiel der ängstliche Buchhalter, der zugleich verliebt und wütend gespielt wird.

Kaspar Tribelhorn aus Aarau lockt das Publikum, auf seinem Koffer stehend, mit Gähnen und Wimmern zu sich. Es scheint der Kontrast des schmächtigen Mannes zu den Fackeln und die ihn umgebenden Säbeln zu sein, welcher die Passanten interessiert stehen bleiben lässt.

Wenig später schockt er die Zuschauer, in dem er einen meterlangen, aufgeblasenen Luftballon vollständig verschlingt. Genüsslich spült er mit Wasser nach, sodass nicht nur die Kinder mit aufgerissenen Augen die Hand vor den Mund schlagen.

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