Aarau
Die Holzerei im Telliwald hat bei tiefen Temperaturen begonnen

Die Temperaturen sind diese Woche unter null gesunken, die Böden gefroren. Das ist für die maschinelle Holzerei, wie sie heute üblich ist, günstig. 500 Kubik Holz werden im Tellwald geerntet.

Hubert Keller
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Die Holzer sind im Telliwald am Werk. Der Forwarder greift die Stämme und lädt sie auf. Annika Bütschi

Die Holzer sind im Telliwald am Werk. Der Forwarder greift die Stämme und lädt sie auf. Annika Bütschi

Wenn die Böden gefroren sind, sinken die schweren Maschinen nicht ein. Mit den Holzerarbeiten im Telli-Wald konnte begonnen werden. Die Telli-Bewohner müssen sich für rund drei Wochen von «ihrem» Wald, in dem sie gerne Erholung suchen, fernhalten. Die Wege sind je nach Fortschritt der Holzerei abschnittweise gesperrt. Verbotstafeln machen auf die Gefahren aufmerksam.

Die Anwohner hatten aufgrund der für den Schlag markierten Bäume einen Kahlschlag befürchtet. Mit Plakaten, die sie an die Bäume geheftet hatten, gaben sie ihrem Unmut Ausdruck. Am Freitag vor einer Woche informierten die Stadtförster vor Ort, um die Gemüter zu beruhigen: «Ein Kahlschlag findet nicht statt», versprach Stadtoberförster Christoph Fischer.

Die Bäume werden mit einem Vollernter gefällt

Das mit dem Schlag beauftragte Forstunternehmen hat massives Geschütz aufgefahren. Was früher das Rückepferd war, das die Stämme an den Rückepfad zog, nennt sich heute Forwarder. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, das mit einem Greifer das Holz beidseitig des Pfads packt, auflädt und und an den Waldweg transportiert, wo es gelagert und später von einem Lastwagen abgeholt wird.

Gefällt werden die Bäume von einem Vollernter. Auch diese Maschine ist mit einem Greifarm ausgerüstet. An dessen Ende ist ein Fällkopf mit einer Kettensäge montiert. Der Fällkopf greift die Bäume, fällt sie und legt sie zu Boden. Anschliessend werden die Stämme entastet und auf die gewünschte Länge zugeschnitten.

Holzschlag im Telli entspricht Nachhaltigkeit

Die Bedenken der Telli-Bewohner hätten an seiner Sitzung vom 14. Januar auch den Stadtrat beschäftigt, erklärte Stadtoberförster Christoph Fischer gegenüber az online. Dieser habe sich davon überzeugt, dass der Holzschlag im Telliwald dem Bewirtschaftungsplan und den Qualitätszielen bezüglich Naturschutz und Nachhaltigkeit entspreche. Den Tellibewohner, die sich persönlich an den Stadtrat gewandt hatten, werde schriftlich geantwortet.

Im Telliwald werden rund 500 Kubik Holz geerntet. 15 Jahre war der Wald zwischen Frey-Kanal und Aarau in Ruhe gelassen worden, nun wird er im üblichen Turnus ausgeholzt. Nicht betroffen ist ein Waldstück, das vollständig der Natur überlassen bleibt.