Aarau
Die Himmel über Aaraus Gassen: Jetzt haben die berühmten Giebel ihre eigene Stadtführung

Die Giebel sind der Stolz der Hauptstädter – doch warum wurden sie überhaupt angemalt? Eine Führung mit dem Kopf im Nacken.

Katja Schlegel
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Stadtführerin Agnes Henz verrät, was sich Hausbesitzer an der Rathausgasse die Giebelrenovation haben kosten lassen. Sandra Ardizzone
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Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung unter der Leitung von Stadtführerin Agnes Henz (mit Hut). Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten. Im Bild: Stolz präsentiert die Leiterin von aarau.info, Esther Schmid, den neuen Regenschirm mit einem Druck des Giebels der Tuchlaube.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung unter der Leitung von Stadtführerin Agnes Henz (mit Hut). Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung unter der Leitung von Stadtführerin Agnes Henz (mit Hut). Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung unter der Leitung von Stadtführerin Agnes Henz (mit Hut). Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung. Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.
Giebelführung Aarau Premiere der Aarauer Giebel-Führung unter der Leitung von Stadtführerin Agnes Henz (mit Hut). Die kunstvoll verzeierten Giebel der Häuser in der Altstadt sind seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nun haben sie erstmals ihre eigene Führung erhalten.

Stadtführerin Agnes Henz verrät, was sich Hausbesitzer an der Rathausgasse die Giebelrenovation haben kosten lassen. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Ist das ein Poulet-Schenkel, da neben dem Stadtadler am Dachhimmel der «Tuchlaube»? Warum wurden an der Rathausgasse beim «Rolling Rock» zwischen pausbackigen Engeln hebräische Zeichen gemalt? Und warum strecken die Fratzen auf den Bügen, die das überhängende Dach beim Gerechtigkeitsbrunnen stützen, so frech die Zunge raus? Fragen über Fragen, jahrzehntealte Fragen. Jetzt gibt es Antworten. Endlich. Am Donnerstagabend fand die Premiere der neuen Stadtführung «Aarau, Stadt der schönen Giebel» statt, organisiert vom Tourismusbüro aarau info, ausgearbeitet von Agnes Henz.

Giebel-Führung

Die Führung vom 11. Mai ist ausgebucht, eine weitere findet am 20. Mai um 13 Uhr statt. Anmeldung bei aarau info, 062 834 10 34.

Endlich? Ja. Die Stadt brüstet sich schon lange mit den bemalten Dachhimmeln. 1955 wurde der Slogan «Aarau, die Stadt der schönen Giebel» kreiert, gross angeschlagen am Bahnhof hiess er die Reisenden willkommen. Schön sind sie natürlich. Und doch wusste man eigentlich recht wenig über die Giebel. Wohl ist der Zweck eindeutig, ab wann und weshalb sie angemalt wurden aber nicht. «Gedient hat der Bau der Dachvorsprünge dem Schutz der Waren, die mit Seilwinden in die Estriche hochgezogen wurden», so Henz.

Giebel-Wissen gesucht

Die Giebel-Führung ist ein Gemeinschaftsprojekt, angestossen durch die Giebel-Broschüre, die 2015 dank der Initiative des Architekten Philipp Husistein erschienen ist. Dieses Inventar soll nicht nur durch die Führung mit Hintergrundinformationen ergänzt werden, sondern auch mit einem Einlageblatt, welches bereits durch den Kulturgüterschutz initiiert wurden und nun laufend angepasst werden kann. Weil viel Wissen über die Giebel vergessen gegangen ist, ruft aarau info die Bevölkerung dazu auf, sich mit Wissen zu einzelnen Giebeln zu melden. Stadtarchivar Raoul Richner sammelt die Infos und wird das Einlageblatt auf dem neusten Stand halten. Infos können mit dem Betreff «Giebel» an folgende Adresse geschickt werden: mail@aarauinfo.ch

Doch warum? Jetzt wird es spannend: Einst waren die Himmel über den Aarauer Gassen grau. «Grisaille» nennt sich diese Technik, in der nur in Grau, Weiss und Schwarz gemalt wird. Wer sich eine solche Malerei leisten konnte, war nicht nur en vogue, sondern vor allem reich. «Die Giebelmalereien waren eindeutig ein Zeichen von Wohlstand», sagt Henz. Und so überboten sich die Hausbesitzer mit ihren üppigen Motiven: Familienwappen, Florales, Gestirne, Tierkreiszeichen, religiöse Motive oder Hinweise auf den Beruf, den der Hausbesitzer ausübte.

Malereien in Grautönen sucht man vergeblich. Sie sind verblichen, übermalt, abgewaschen. «Die Giebel haben sich gemeinsam mit der Stadt entwickelt, wurden verändert und der Mode angepasst», sagt Henz. Das neuste Motiv an der Pelzgasse 3 und 5 ist erst wenige Monate alt, die meisten stammen aus der Zeit Mitte des letzten Jahrhunderts. Kein Frevel, wie Flavia Flückiger von der Uni Bern, die sich eingehend mit Giebelmalereien beschäftigt hat und viele Informationen zur Führung beigesteuert hat, sagt: «Späteres gehört auch zur Geschichte und Veränderungen versucht man, zu respektieren.» Darum versuche man heute auch nicht mehr, Altes auf Biegen und Brechen wiederherzustellen.

Und doch bringt die Veränderung einen Verlust mit sich: Mit den Motiven verschwanden auch die Geschichten dahinter. Vieles konnte Agnes Henz zusammen mit Danilo Marra von der Abteilung Kulturgüterschutz der Zivilschutzorganisation Aare Region, Architekt Martin Gartner und Historiker Hermann Rauber herausfinden. «Aber noch liegt einiges im Dunkeln», so Henz. «Wir hoffen, deshalb, dass uns die Aarauer Informationen liefern können.» So, wie der ältere Herr, der kurz vor der Führung bei Henz vorbeikam und ihr Schablonen für Giebelmalereien mitbrachte, wie sie sein Berufsschullehrer, der Brugger Maler Willy Kress, einst für zwei Franken das Stück kaufte. Willy Kress – ein Name, der bei der Sanierung des mit Blumen und Ranken bemalten Giebels an der Laurenzentorgasse hinter einem Balken auftauchte. Zusammen mit der Jahreszahl 1968. Ein weiteres Puzzleteil ist gefunden.