Aarau

Die Haupthürde kommt Ende Jahr: Das Stadion muss nochmals vors Volk

Das Aarauer Stadionprojekt hat noch einige Hürden vor sich, unter anderem die Volksabstimmung über die Zonenplanrevision. Diese ist die zentrale Voraussetzung für den Bau der vier Hochhäuser, die das Stadion querfinanzieren sollen.

Im Fall des Stadions hat der Stadtrat diese Woche viel von Risiken gesprochen. Erstens den Risiken des Baubewilligungsverfahrens (Einsprachen – allenfalls mit Weiterzug bis ans Bundesgericht). Zweitens dem Risiko der Volksabstimmung über die Zonenplanrevision. Und drittens dem Risiko, dass es nicht gelingt, die Bauherrin HRS, den FC Aarau und «meinstadion.ch» bis zum 20. März zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung über das gemeinsame Vorgehen zu bewegen.

Hochhausfreundliche Aarauer?

Wenn Letzteres nicht gelingt, ist alles infrage gestellt. Insbesondere der ehrgeizige Zeitplan des Stadtrates, der die BNO-Teilrevision bereits im April auflegen will. Die Revision ist die zentrale Voraussetzung für den Bau der vier Hochhäuser – also derjenigen Gebäude, die das Stadion querfinanzieren sollen (und damit den Kaufpreis von 36 Millionen Franken sichern).

Stadion Aarau: «Wir müssen die Sicherheit haben, dass alle am gleichen Strick ziehen»

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Die HRS Real Estate AG (HRS) und «meinstadion.ch» prüfen überraschend, wie mit einer Entkoppelung des Stadions von den Hochhäusern der Stadionbau beschleunigt werden könnte. Das sagte der Aarauer Stadtrat Hanspeter Thür im Rahmen der Medienkonferenz am Dienstag, 6.3., gegenüber Tele M1.

Die Volksabstimmung über die Hochhäuser kann im optimalen Fall bereits im November/Dezember stattfinden. Sie zu gewinnen, wird sehr anspruchsvoll sein. Denn es droht von zwei Seiten Oppsosition: einerseits von den Stadion-Gegnern und andererseits von den Hochhaus-Gegnern. Geplant sind vier bis zu 75 Meter hohe Türme mit insgesamt rund 600 Wohnungen.

Ob die Aarauer Stimmbürger so hochhausfreundlich sind? Das kann im Moment niemand sagen, denn die letzte Abstimmung über eine derart grosse Wohnsiedlung liegt fast 50 Jahre zurück. Im Dezember 1969 stimmten die Aarauer – damals noch an einer Gemeindeversammlung – den Telli-Staumauern zu.

Dass die Aarauer Stimmbürger stadionfreundlich sind, haben sie 2007, 2008 und 2010 dreimal bewiesen – zuvor lehnten sie 2005 den «Mittelland-Park» mit 3841 zu 2824 Stimmen ab. 2008 sagten sie mit 3747 zu 1928 Stimmen Ja zum 17-Millionen-Kredit für das Stadion «Torfeld Süd», wie es noch immer auf die Realisierung wartet. Und 2010 genehmigten sie mit 4209 zu 1771 Stimmen die Spezialzone Torfeld Süd. Diese Abstimmung war von den Gegnern mittels eines Referendums erzwungen worden.

380 Spender aus Aarau

Wie stadionfreundlich sind die Aarauer heute? Zwei Indizien: Die Zuschauerzahlen des FCA sind auf einem Rekordtief. «Das schmerzt und hat sicher in erster Linie mit den sportlichen Leistungen zu tun», erklärte FCA-Präsident Alfred Schmid in der letzten «Schweiz am Wochenende». Und wie steht es um die Spendenfreudigkeit der Aarauer im Rahmen der «meinstadion.ch»-Sammlung? Auf der «meinstadion.ch»-Homepage hat es eine Zusammenstellung (Stand 26. Februar). Damals stammten 380 der insgesamt fast 1745 Spender aus der Kantonshauptstadt. Insgesamt wurden bisher 1,5 Millionen Franken gesammelt.

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Stadtrat Thür: «Wir müssen die Sicherheit haben, dass alle am gleichen Strick ziehen» (7.3.2018)

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