In der Abstimmungsbotschaft zum Projekt «Pont Neuf», dem Ersatz der Kettenbrücke in Aarau, liegt ein eventuelles finanzielles «Zückerchen» bei: Kanton und Stadt haben beim Bund Unterstützung für den Velo- und den Fussverkehr auf der neuen Aarebrücke beantragt. Für Massnahmen zur Förderung des Langsamverkehrs gibt es einen Geldtopf im Agglomerationsprogramm «AareLand».

Die Stadt schreibt, es sei zurzeit noch nicht definitiv, ob der Bund einen Beitrag leisten werde. Falls er das täte, würde der Beitrag zu 30 Prozent dem Kostenanteil der Stadt und zu 70 Prozent dem Kostenanteil des Kantons angerechnet. Bei den Berechnungen des Bundes im Jahr 2005 lag der Betrag bei total 3,29 Millionen Franken.

Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht

Doch davon dürfte beim aktuellen Projekt nichts von Bern nach Aarau fliessen. Denn der Bund hat die mit dem «Pont Neuf» verknüpften Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr aus der Priorität A in die Priorität B zurückgestuft. Dies teilte er im Prüfbericht im Februar dieses Jahres mit. In der Begründung hiess es, die Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr seien zu teuer im Bezug auf den Nutzen: «Die Massnahme weist ein lediglich genügendes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Die Kosten des Projekts sind zu optimieren (...).»

Der Radstreifen wird nur breiter

So wie das Brückenprojekt heute vorliegt, gibt es also kein Bundesgeld. Das bemängeln nun die Gegner des «Pont Neuf». Wie auch die geringe Verbesserung für Velofahrer: Der Radstreifen bleibt weiterhin auf der Strasse und wird nicht separat geführt. Er wird lediglich breiter, da die neue Brücke breiter gebaut wird. «Das Projekt bietet keine neue Verkehrssituation», sagt Markus Meier, Einwohnerrat FDP.

Chancen, doch noch Geld zu erhalten, gibt es nur, wenn die Massnahmen überarbeitet werden und bei der nächsten Generation der Agglomerationsprogramme 2019 nochmals eingereicht werden. «Genau dies kann bei einem Nein zum vorliegenden Projekt geschehen», wirbt auch Micha Siegrist, Einwohnerrat Grüne, für ein Nein am kommenden Wochenende.