Suhr
Die Gemeinde soll ohne mehr Bauland wachsen können

Die Gemeinde Suhr hat ihren Zonenplan einer Teilrevision unterzogen. Wachstum soll ohne neue Einzonungen möglich sein. Die Pläne liegen ab 19. Januar öffentlich auf.

Hubert Keller
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Die Gemeindeverwaltung in Suhr

Die Gemeindeverwaltung in Suhr

Aargauer Zeitung

Auch die Gemeinde Suhr kann sich dem allgemeinen Bevölkerungswachstum nicht entziehen. Die kantonale Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2009 rechnet für die Region Aarau mit einem Wachstum von 16 Prozent bis 2025. Gemäss neusten Prognosen wird sogar von 21 Prozent ausgegangen. Für die Gemeinde Suhr bedeutet dies, dass sie 1500 bis 2000 Einwohner zulegen wird.

Heute hat Suhr knapp 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum Zeitpunkt der Revisionsarbeiten beanspruchten in den überbauten Wohn- und Mischzonen 62 Einwohner eine Hektare. Die Einwohnerdichte liegt damit deutlich über dem kantonalen Schnitt von 47 pro Hektare.

Das Entwicklungsleitbild der Gemeinde verlangt eine massvolle sowie qualitative und nicht primär quantitative inneren Siedlungsentwicklung.

Für eine innere Siedlungsentwicklung prädestiniert sind die Gebiete, in denen die Einwohnerdichte gering und die Bausubstanz bereits älter ist. In Suhr betrifft dies vor allem die Wohnzonen W2. Auffallend seien hier die oft relativ grossen Parzellenflächen, stellt der Gemeinderat fest.

Anreize für verdichtetes Bauen

Auf bereits überbauten Flächen, wo Ersatzbauten sinnvoll werden, sollen heutige Energiestandards und moderne Wohnbedürfnisse erfüllt, gleichzeitig aber auch Wohnraum für mehr Personen geschaffen werden. Die revidierte Bau- und Nutzungsordnung schafft dafür Anreize: Sofern mit einem neuen Bauprojekt mehr Wohneinheiten entstehen, kann als Belohnung die Ausnützungsziffer angehoben werden.

Bereits vor einem Jahr, als die revidierte Nutzungsplanung in die Vernehmlassung geschickt wurde, kündigte der Gemeinderat an, dass Bauwillige, Projektverfasser, Investoren aktiv unterstützt und beraten werden. Parzellenübergreifende Planungen würden gefördert und die Bauherrschaften auf vorhandenes Entwicklungspotenzial sensibilisiert.

Wo auf einzelnen Parzellen jetzt noch zwei isolierte Einfamilienhäuser stehen, könnte künftig eine einzelne Baute mit drei oder mehr Wohnungen realisiert werden. Verdichtete Wohnbauformen sollen sich in die vorhandene Quartierstruktur einpassen. In den Arealen mit Gestaltungspflicht sowie in den Kern- und Dorfzonen sind die raumplanerischen Instrumente bereits vorhanden, um eine qualitative Siedlungsentwicklung nach innen sichern zu können.

Seit der letzten Revision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland sind erst sieben Jahre vergangen. Trotzdem drängte sich die Teilrevision auf. Anlass dazu gab nämlich nicht nur die innere Entwicklung, auch neue Rechtsgrundlagen mussten berücksichtigt werden. Gestützt auf die Teilgebiete der kantonalen Gefahrenkarte, sind zudem die Hochwassergefahrenzonen ausgeschieden worden.

Informationsveranstaltung: Dienstag, 20. Januar, 19 Uhr, Untergeschoss Gemeindehaus (Musikzimmer). Öffentliche Auflage vom 19. Januar bis zum 17. Februar. Während der Bürozeiten.