Abschluss 2018
Die Gemeinde Buchs ist finanziell im Elend – es geht ihr sogar noch schlechter als bisher angenommen

Der Jahresabschluss zeigt: Die Ergebnisse waren vielerorts schlechter als budgetiert.

Urs Helbling
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Um die Buchser Finanzen steht es noch schlechter, als man gemäss den bisher vorliegenden Informationen hatte annehmen können.

Um die Buchser Finanzen steht es noch schlechter, als man gemäss den bisher vorliegenden Informationen hatte annehmen können.

zvg

Hat der Gemeinderat Buchs die Publikation des Rechnungsabschlusses 2018 so lange herausgezögert, weil er sich scheute, dem Volk reinen Wein einzuschenken? Fest steht seit vorletzter Woche: Der Regierungsrat genehmigte den Buchsern eine Steuererhöhung um 8 auf 108 Prozent – obwohl das Volk dazu zwei Mal Nein gesagt hatte.

Fest steht seit Montag: Um die Buchser Finanzen steht es noch schlechter, als man gemäss den bisher vorliegenden Informationen hatte annehmen können. Und als der ausgewiesene Ertragsüberschuss von einer halben Million Franken (budgetiert war ein Minus von 1,3 Mio. Fr.) den Eindruck erweckt. Denn dieser ist praktisch ganz auf die 1,9 Millionen Franken Gewinn- und Kapitalsteuern zurückzuführen, die mehr eingenommen worden sind als veranschlagt.

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Franken Aufwandüberschuss gab es bei der Ortsbürgergemeinde. Budgetiert war ein Plus von 217 940 Franken. «Grund dafür war der Buchverlust beim Verkauf
des Ferienhauses Lasaris in Pany», so der Gemeinderat.

Der Gemeinderat warnt in einer Medienmitteilung vor Euphorie: «Bei den Steuern von juristischen Personen handelt es sich jedoch um einen Sondereffekt von höheren provisorischen Steuern, die durch die steuerpflichtigen Unternehmungen bezahlt wurden. Die provisorischen Faktoren im ordentlichen Veranlagungsverfahren können durchaus wieder nach unten korrigiert werden, wie es sich letztmals 2016 gezeigt hat.» Die mittelfristige finanzielle Lage der Gemeinde Buchs verbessere sich dadurch nicht.

Minus bei Steuern von Privaten

Bei allen anderen Steuerkategorien lagen die Einnahmen hinter dem Budget zurück:

  • Die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuern betrugen 15,5 Millionen Franken – 313 000 Franken weniger als veranschlagt.
  • Auch die Quellensteuern erreichten mit 749 764 das Budget von 850 000 Franken nicht.
  • An Sondersteuern (Nach-, Straf-, Grundstückgewinn- sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern) wurden 532 803 Franken eingenommen. Budgetiert waren 650 000 Franken.

Die Aufwendungen für die materielle Hilfe an Private waren um 0,5 Mio. Franken und der Betriebskostenanteil an die Kreisschulen Buchs-Rohr und Aarau-Buchs um 268 000 Franken tiefer als budgetiert. Negativ waren die um 272 000 Franken höheren Beiträge an die materielle Hilfe an anerkannte Flüchtlinge und die um 215 000 Franken tieferen Rückerstattungen für materielle Hilfe an Private.

Das Wasserwerk erzielte nur halb so viel Ertragsüberschuss wie erwartet. Hauptsächlich wegen der rückläufigen Einnahmen aus dem Wasserverkauf, so der Gemeinderat.

Die Abwasserbeseitigung verbuchte einen Aufwandüberschuss von 22 924 Franken – statt des budgetierten Gewinns von 57 000 Franken. Etwa wegen tieferer Einnahmen aus Benützungsgebühren.

Immerhin wurde bei der Abfallbewirtschaftung der erwartete Ertragsüberschuss (99 900 Fr.) praktisch erreicht.