Erlinsbach SO

Die Gelbbauchunke fühlt sich in der Kiesgrube wohl

Gelbbauschunke: Fühlt sich in Kiesegrube pudelwohl

Gelbbauschunke: Fühlt sich in Kiesegrube pudelwohl

Mit weiteren neuen Tümpeln wurde in der Kiesgrube der Belser AG in Erlinsbach Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen geschaffen. Das Bewusstsein wächst, dass Kiesgruben ideale Lebensräume für seltene Tierarten sind.

In der Kiesgrube der Belser AG in Erlinsbach SO wird rekultiviert und renaturiert. Auf der Landfläche, auf der nicht mehr Kies abgetragen wird, entsteht wieder Landwirtschaftsland. Daneben werden neue Ökoflächen geschaffen. «10 bis 15 Prozent einer Kiesgrube müssen Ökofläche sein», erläutert Beat Haller, Leiter Natur und Umwelt beim Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB).

Haller begleitet in der ganzen Schweiz Renaturierungsprojekte von Kiesgruben. Leider verliere die Natur sehr oft gegenüber den flächenmässig viel grösseren rekultivierten Flächen, die wieder landwirtschaftlich genutzt würden.

Kinder zügelten die Amphibien

«Inzwischen ist aber das Bewusstsein vorhanden, dass Kiesgruben ideale Lebensräume für seltene Amphibien- und Insektenarten bieten», so Haller. «Der FSKB unterstützt seine Mitglieder aktiv bei der naturnahen Bewirtschaftung der Kiesgruben. In über 30 Jahren wurde ein umfassendes Dienstleistungsangebot für die Mitglieder des FSKB aufgebaut.

Die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt in der Kiesgrube wurde für Lehrkräfte und Schulen geöffnet. 2009 zügelten Kinder aus den beiden Erlinsbach viele der Amphibien in die damals neu angelegten Tümpel. Im Juni dieses Jahres wurden neue Tümpel geschaffen. Inzwischen seien in den neuen Tümpeln grosse Populationen von jungen Gelbbauchunken und Kreuzkröten anzutreffen, sagt Beat Haller.

Das sind zwei Amphibienarten, die ursprünglich in Auenwäldern heimisch waren, dann aber durch die Kanalisierung der Flüsse und den Bau der Kraftwerke verdrängt wurden. Stolz zeigt Haller auf einen Tümpel, in dem tatsächlich einige kleine, etwa zwei Zentimeter grosse Jungkröten lauern und immer wieder an die Oberfläche kommen. «Die renaturierten Flächen sind sogenannte dynamische Flächen, sie sind darauf angewiesen, dass man sie immer wieder umgräbt», erklärt Haller. Die Gelbbauchunke zum Beispiel brauche alle zwei Jahre ein neues Gewässer. Die Kreuzkröten benötigten flache Gewässer, da zu tiefe Gewässer zu kalt wären und die Larven nicht überleben würden.

Seltene Heuschreckenart

Neben den beiden in der Belser Kiesgrube am häufigsten vorkommenden Amphibienarten Gelbbauchunke und Kreuzkröte konnte Beat Haller kürzlich auch die Blauflügelige Sandschrecke, eine seltene Heuschreckenart, entdecken. «Die steilen Abbauwände der Kiesgrube sind zudem ein idealer Brutort für die Uferschwalben. Sie kommen im Frühling, graben sich etwa 80 Zentimeter in die Wand und ziehen dort etwa fünf bis sechs Junge auf. Im Herbst fliegen sie wieder zurück nach Afrika.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1