Der Aufstieg war kein Zufall. Bei beiden Teams nicht. Die Männer haben in den letzten Jahren stets gut gearbeitet und konnten in der vergangenen Spielzeit verdientermassen die Früchte ihrer Arbeit ernten. «Wir wussten schon vor der Saison, dass der Aufstieg möglich ist bei den Männern», sagt Harald Gloor, sportlicher Leiter des BTV Aarau Volleyball und Trainer der ersten Frauenmannschaft. «Es ist toll, dass die Männer den Aufstieg geschafft haben, und ich bin mir sicher, dass sie auch in der 1. Liga ganz vorne mitspielen können.»

Doch wenn die Männer einen Exploit landen und den erneuten Aufstieg schaffen sollten – eine Teilnahme an der Nationalliga-B-Meisterschaft käme für die Aarauer nicht infrage. Und das mit gutem Grund. «Wenn wir in die Nationalliga B aufsteigen würden, würden wir die Schönenwerder konkurrenzieren und das würde für den Volleyballsport in der Region keinen Sinn machen. Wir wollen ein starkes, regionales Männerteam stellen und dafür ist die 1. Liga perfekt», so Gloor.

Möglichst schnell in die Nati B

Anders sieht die Situation bei den Frauen aus. Derzeit gibt es im Kanton Aargau nämlich weder ein NLA-, noch ein NLB-Team. Diese Lücke will man beim BTV Aarau Volleyball schliessen. Und zwar in dem man den Vereinsfokus seit zwei Jahren konsequent auf die Frauen legt. «Das gilt natürlich in erster Linie für den Leistungssport. Der Breitensport und auch die Männerabteilung sind für unseren Verein extrem wichtig und diese Bereiche werden wir weiter pflegen, aber im Leistungssport setzen wir auf die Frauen», sagt Gloor, der mit dem BTV Aarau Volleyball die grösste Frauen-Nachwuchsabteilung im ganzen Land aufbauen will.

Wenn es nach Harald Gloor geht, dann folgt in der kommenden Saison gleich der nächste Aufstieg. «Wir wollen so schnell wie möglich in die Nationalliga B. Entweder schon diese Saison oder dann spätestens in einem Jahr», sagt Gloor. Damit dieses ehrgeizige Vorhaben auch in die Tat umgesetzt werden kann, haben sich die Aarauerinnen einerseits gezielt verstärkt, um dem jungen Team – das Durchschnittsalter liegt unter 20 – mehr Stabilität zu verleihen. Und andererseits haben sie den Trainingsumfang von zwei auf vier Teamtrainings verdoppelt. «Damit machen wir garantiert mehr als die anderen Vereine in der 1. Liga. Ich hoffe, dieses Engagement zahlt sich aus», so Gloor.

Premiere auf neuem Spielfeld

Ein Engagement, das sich bereits ausgezahlt hat, war eines neben dem Spielfeld. Nach dem Doppelaufstieg hat sich der BTV Aarau Volleyball intensiv darum bemüht, in seiner Heimspielhalle – der BSA in Aarau – ein grösseres Spielfeld zu erhalten. Bislang hatten die Aarauer Teams jeweils in einer Einfach-Turnhalle gespielt, sodass kaum Platz blieb für die Zuschauer. «Die sassen praktisch auf dem Spielfeld. Das war nicht ideal», sagt Manuela Schenker vom BTV Aarau Volleyball.

Unter ihrer Leitung hat der Verein daraufhin via Crowdfunding-Plattform «I believe in you» erfolgreich mehr als 10 000 Franken gesammelt, um in der Doppelturnhalle der BSA ein Querfeld über zwei Hallen zu realisieren. «Wir sind sehr froh, dass wir das Projekt so schnell umsetzen konnten und bereits in dieser Saison fast alle unsere Heimspiele auf dem neuen Spielfeld mit ausreichend Platz für die Zuschauer austragen können», so Schenker.

Premiere feiert die neue Heimstätte am 28. Oktober. Dann bestreiten sowohl die Männer als auch die Frauen ihr erstes Saisonheimspiel in Aarau. Die Meisterschaft geht aber bereits vorher los. Die Frauen spielen am Samstag zum Auftakt gegen Neuenkirch, die Männer in einer Woche gegen Baden.