Fischenzaufseher Hans Rufli hätte die Fische gerne in seinem Gewässer, in der Suhre, ausgesetzt gesehen. Peter Jean-Richard vom Aarauer Bachverein stellte sich auf den Standpunkt, dass sie dorthin gehören, wo sie herkommen, also in den Stadtbach. Doch zuerst mussten die Fische aus eben diesem Stadtbach geholt werden. Und dies geschah am Montagmittag im Bereich der Schulanlage Feld in Suhr mittels Strom.

Die Verhältnisse sind kompliziert: Der Stadtbach gehört, auch auf Gemeindegebiet Suhr, der Stadt Aarau. Die Aufsicht über Wasser und Fische jedoch hat der Kanton. Dieser ist denn auch darauf bedacht, dass das Ausfischen fachgerecht ausgeführt wird. Und deshalb waren die Fachmänner Urs Gsell und Willi König aus Hirschthal aufgeboten worden, das Ausfischen vorzunehmen.

Doch warum das Ganze? «Unter den Brücken hat sich viel Geschiebe abgelagert, das während der Bachputzete am Bachfischet nicht entfernt werden kann», erklärte Projektleiter Rolf Strebel, Mitarbeiter im Stadtbauamt. Dies passiert amDienstag durch einen Schild, der mit einer Seilwinde unter den Brücken durchgezogen wird.

Fische erholten sich schnell

Doch vorher brachten die Hirschtaler Urs Gsell und Willi König die Fische aus der Gefahrenzone. Mit einem Kabel und einem Metallring, an einem Holzstiel befestigt, stellten sie im Bach einen geschlossenen Stromkreislauf her, der die Fische kurzzeitig betäubte.

Während Gsell den Metallring im Wasser schwenkte, schöpfte König die auf dem Rücken schwimmenden Fische mit einem Netz im Dutzend aus dem Wasser. In den vorbereiteten Becken erholten sich die Alet, Grundlinge, Prachtskerle von Rotaugen, Brassen und Schwärme kleiner Schneider schnell.

«Der Stadtbach ist ein Eldorado für Fische, reich an Futter», erklärte Hans Rufli. Vom Brot, das Anwohner den Enten zuwerfen, knabbern auch die Fische gern.

Im Schlick habe es zudem viele Kleintiere, die den Fischen schmeckten. Und so kommen sie nicht in die Suhre, sondern in den Stadtbach. «Dorthin, wo es ihnen wohl ist», wie Jean-Richard mit einem Augenzwinkern meinte.