Aarau

Die Feuerwehr richtet einen Hort für Kinder ein – für Notfall-Einsätze

Die Aarauer Feuerwehr bietet während Ernsteinsätzen künftig eine Kinderbetreuung an.

Die Aarauer Feuerwehr bietet ab dem 1. Januar ein Betreuungsangebot für Kinder während Ernsteinsätzen an. Der Hort im Magazin ist bereits eingerichtet.

Die Feuerwehr Aarau wird zur Kita – im Interview mit der AZ sagte Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, dass nicht nur beim Rekrutierungsabend von heute Dienstag (19 Uhr, Erlinsbacherstrasse 21), sondern künftig auch bei Ernsteinsätzen der Stützpunktfeuerwehr Aarau ein Kinderhütedienst – eine Kinderbetreuungsgruppe – zur Verfügung stehen soll. Nicht bei den kleinen Einsätzen, aber bereits ab «Brand mittel» aufwärts. Das Angebot richtet sich nicht an Eltern ganz kleiner Säuglinge.

Im ersten Stock des Feuerwehrmagazins wurde bereits ein Hort-Bereich mit Spielsachen eingerichtet, der heute während des Rekrutierungsabends erstmals genutzt wird. Auch verpflegt werden sollen die Kinder hier. «Wir wollen ab 1. Januar 2020 mit dem Angebot während Ernsteinsätzen starten», sagt Feuerwehrkommandant David Bürge.

Derzeit sei man noch daran, Betreuungspersonen zu rekrutieren. Einerseits wolle man diese im Korps finden, andererseits hätten sich auch schon Bewohnerinnen der sechs Wohnungen im Obergeschoss des Feuerwehrmagazins gemeldet. «Wir suchen Personen, die bereits berufliche Erfahrung in der Kinderbetreuung haben», betont Bürge. 

Wie muss man sich den Hütedienst vorstellen? «Die Idee ist, dass Eltern künftig bei einem Ernsteinsatz die Kinder ins Magazin bringen und von hier aus dann an den Schadenplatz fahren», so Bürge. «Idealerweise haben die Eltern zu Hause eine Tasche für das Kind bereitgestellt; so, wie sie ihre Feuerwehrkleidung bereithalten.»

Wunsch nach Kinderhütedienst

Auch vonseiten der Mannschaft sei der Wunsch nach einem Kinderhütedienst geäussert worden, so Bürge weiter. Vorerst starte man mit einem Angebot während Ernsteinsätzen; es sei aber denkbar, dass dieses künftig auch während Übungen zum Tragen komme.
Eine Pionierrolle nimmt die Feuerwehr Aarau damit indes nicht ein. «Andere Feuerwehren haben das auch schon», sagt David Bürge. Etwa die Feuerwehr Eggenwil im Freiamt – schon seit fünf Jahren. Dafür wurde sie unlängst sogar mit einem Miliz-Preis ausgezeichnet.

Laut der Schweizerischen Feuerwehr-Zeitung werden in Eggenwil drei Frauen bei einem Einsatz ab «Brand mittel» automatisch aufgeboten. Sie nehmen die Kinder im Magazin in Empfang und beschäftigen sie, bis der Einsatz vorbei ist. Bei einem Einsatz tagsüber wird auch die Schule der Kinder kontaktiert. «Bei mindestens vier Personen war dies der Grund, der Feuerwehr beizutreten», schreibt die Feuerwehr-Zeitung.

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