Lokale Feuerwehr (5)

Die Feuerwehr Küttigen auf den Kopf gestellt

Ist seit 2014 Kommandant: Daniel Wernli (39).

Ist seit 2014 Kommandant: Daniel Wernli (39).

Daniel Wernli hat die Feuerwehr Küttigen rundumerneuert und kritische Stimmen verstummen lassen.

Wir treffen uns zur Mittagszeit, und Daniel Wernli steckt bereits ein Einsatz in den Knochen. Auf der Staffeleggstrasse stand am frühen Morgen ein Auto in Flammen. Den Brand löschte die Feuerwehr schnell, Wernli koordinierte seine Leute, bevor er kurz danach weiter zu einem Geschäftstermin musste. Wernli ist Feuerwehrkommandant. Doch in den letzten Jahren muss er sich eher wie ein Projektmanager vorgekommen sein.

Vor fünf Jahren übernahm Wernli das Kommando über die Feuerwehr Küttigen. Seitdem blieb kein Stein auf dem anderen – was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Im alten Feuerwehrmagazin traten Risse in den Böden auf, es war einsturzgefährdet. «Ein neues Magazin musste her. Eines, das unseren steigenden Platzbedarf deckt», erzählt Wernli. Seine Aufgabe: Fast das ganze Inventar ersetzen und die Aufträge für die neuen Fahrzeuge ausschreiben. Es brauchte seine Zeit, und im Dezember 2017 war es schliesslich so weit: Der Neubau wurde eingeweiht. «Ein Weihnachtsgeschenk», nennt es Wernli.

Die grosse Personalnot überwunden

Als Daniel Wernli frisch ins Amt kam, hatte er auch mit Baustellen an der personellen Front zu kämpfen. In der Feuerwehr herrschte Personalnot. Der Sollbestand liegt bei 90 Personen, zu der Zeit waren es gerade mal an die 60. Heute hat sich der Bestand auf 87 Einsatzkräfte stabilisiert. Wie haben Wernli und sein Kader das hingekriegt? «Du musst die Leute persönlich ansprechen», erklärt er sein Rezept. «Nur Briefe verschicken bringt wenig bis gar nichts.» Und so wuchs die Mannschaft langsam, aber stetig. Im Spitzenjahr 2018 stiessen 17 Personen dazu. Viele der Neuen sind Anfang bis Mitte Dreissig – auch das ein Merkmal der Strategie Wernlis: «In diesem Alter sind Menschen in der Regel sesshafter. Wenn du jünger bist, hält sich die Motivation für die Feuerwehr oft in Grenzen.»

Den Pinzgauer hat die Feuerwehr für einen symbolischen Franken vom Zivilschutz übernommen. Er ist nützlich bei Geländeeinsätzen.

Den Pinzgauer hat die Feuerwehr für einen symbolischen Franken vom Zivilschutz übernommen. Er ist nützlich bei Geländeeinsätzen.

Wernli kennt das. Weiss, wie es ist. Eigentlich hatte der heute 39-Jährige nie im Sinn, Karriere als Feuerwehrmann zu machen. Am ehesten noch dann, bevor er eigene Kinder habe, dachte er sich. Wie so vieles im Leben kam es anders. 2014 stieg er zum Kommandant auf, ein Jahr zuvor wurde er erstmals Vater. Inzwischen sind es zwei Kinder, und Wernli versucht, Berufsalltag, Familie und Feuerwehr so gut miteinander zu vereinbaren, wie es eben geht.

«Die Leute sehen, wie effektiv wir sind»

Zu wenig zu tun, so viel steht fest, gibt es bei der Feuerwehr Küttigen nicht. Mit dem Benkerjoch und der Staffelegg hat man gleich zwei Pässe in der Nähe. Ausflüge ins Gelände sind keine Seltenheit, ebenso Einsätze im benachbarten Fricktal nicht. Wernli erinnert sich an einen Grossbrand in Herznach, bei dem die Küttiger dabei waren. «Wenn es uns braucht, helfen wir aus», sagt Wernli. Am häufigsten rückt die Feuerwehr zu Ölwehreinsätzen, Unfällen und Fahrzeugbränden aus.

«Mittlerweile erledigen wir aber wirklich alles Mögliche», sagt Wernli mit rund 20 Jahren Erfahrung. Das scheint, immer mehr, auch die Bevölkerung zu honorieren. Nicht wenige sind in den letzten Jahren wegen der hohen Investitionen in die Infrastruktur skeptisch gewesen. Zu viel Geld, zu wenig Nutzen, monierten die Kritiker. Diese Stimmen seien mittlerweile verstummt, sagt Wernli. «Die Leute sehen, wie effektiv wir sind. Wie professionell wir die Angelegenheit regeln.» So wie an diesem Morgen auf der Staffeleggstrasse.

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